Abbildungen werden in der Regel nummeriert und mit einem aussagekräftigen Titel versehen. Zusätzlich gibst du an, woher die Abbildung beziehungsweise ihre Inhalte stammen. Dabei lassen sich grundsätzlich drei Fälle unterscheiden.
1. Du übernimmst eine Abbildung
Wenn du eine Abbildung aus einer Quelle übernimmst, gibst du diese Quelle direkt bei der Abbildung an.
Abb. 1: Inklusionsmodell (Müller 2020, S. 5).
Die vollständigen bibliografischen Angaben zur Quelle führst du zusätzlich im Literaturverzeichnis auf.
2. Du veränderst oder überarbeitest eine vorhandene Abbildung
Wenn du eine bestehende Darstellung veränderst oder auf ihrer Grundlage eine eigene Darstellung entwickelst, sollte auch das aus der Quellenangabe hervorgehen.
Abb. 5: Spannungs-Dehnungs-Diagramm eines Baustahls. Eigene Darstellung in Anlehnung an [2, S. 118]
3. Du erstellst eine eigene Abbildung
Auch eigene Diagramme, Grafiken oder Schaubilder kannst du entsprechend kennzeichnen.
Abb. 3: Codierungen der Interviews nach Häufigkeit. Eigene Darstellung.
Ob der Zusatz „Eigene Darstellung“ erforderlich ist, hängt von den Konventionen deines Fachs ab.

Wichtig: Entscheide dich für eine Form der Kennzeichnung und verwende sie in deiner gesamten Arbeit einheitlich. Prüfe außerdem, welche Vorgaben in deinem Studiengang oder deiner Fakultät gelten.
Eine Abbildung steht in einer wissenschaftlichen Arbeit nicht für sich. Sie sollte eine inhaltliche Funktion erfüllen und mit deinem Text verknüpft sein.
Beziehe dich deshalb im Fließtext auf die Abbildung und erläutere, was daran für deine Argumentation oder deine Ergebnisse relevant ist.
Wie Abbildung 2 zeigt, unterscheiden sich die drei Ansätze insbesondere hinsichtlich …
Die Verteilung der Codierungen ist in Abbildung 3 dargestellt.
Vermeide Abbildungen, die lediglich der Dekoration dienen und keinen erkennbaren Bezug zum Inhalt deiner Arbeit haben.
Eine Quellenangabe allein berechtigt nicht zur Übernahme einer fremden Abbildung. Nach § 51 UrhG muss ein Bildzitat einem Zitatzweck dienen. Beziehe dich deshalb im Text auf die Abbildung und setze dich inhaltlich mit ihr auseinander.
Eine rein illustrative Verwendung kann urheberrechtlich problematisch sein.
Manchmal ist es sinnvoller, Informationen aus einer Quelle in einer eigenen Darstellung aufzubereiten, statt eine vorhandene Abbildung zu übernehmen. Das kann beispielsweise helfen, komplexe Zusammenhänge übersichtlicher darzustellen oder mehrere Informationen in einer neuen Grafik zusammenzuführen.
Auch dann gilt: Wenn die Inhalte, Daten oder die konzeptionelle Grundlage aus einer fremden Quelle stammen, musst du diese Quelle angeben.
Abb. 4: Phasen des Schreibprozesses. Eigene Darstellung nach Müller 2024, S. 17.
Für die Erstellung eigener Abbildungen kannst du je nach Art der Darstellung unterschiedliche Präsentations-, Diagramm- oder Grafikprogramme verwenden.
Ebster, Claus; Stalzer, Lieselotte (2017): Wissenschaftliches Arbeiten für Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler. Stuttgart/Wien: UTB/Facultas, insbesondere Kapitel 7.
Hirsch-Weber, Andreas et al. (2016): Wissenschaftliches Schreiben und Abschlussarbeit in Natur- und Ingenieurwissenschaften. Stuttgart: Eugen Ulmer, insbesondere Kapitel 5.
Muss jede Abbildung eine Quellenangabe haben?
Bei fremden oder auf fremden Quellen basierenden Abbildungen muss nachvollziehbar sein, woher die Abbildung beziehungsweise die dargestellten Inhalte stammen. Bei vollständig eigenen Darstellungen kannst du dies beispielsweise durch „Eigene Darstellung“ kenntlich machen. Ob diese Kennzeichnung notwendig ist, richtet sich nach den Vorgaben deines Fachs.
Muss die Quelle einer Abbildung zusätzlich ins Literaturverzeichnis?
Wenn du für eine Abbildung eine externe Quelle verwendest, gehört diese Quelle in der Regel auch in das Literaturverzeichnis. Entscheidend sind jedoch der verwendete Zitierstil und die Vorgaben deines Studiengangs oder deiner Fakultät.
Was ist der Unterschied zwischen „Eigene Darstellung“ und „Eigene Darstellung nach …“?
„Eigene Darstellung“ bedeutet, dass sowohl die Darstellung als auch die zugrunde liegenden Inhalte beziehungsweise Daten von dir stammen. „Eigene Darstellung nach …“ verwendest du, wenn du selbst eine neue Abbildung erstellst, dabei aber Inhalte, Daten oder ein Modell aus einer anderen Quelle zugrunde legst.
Muss ich eine Abbildung im Fließtext erwähnen?
Ja, wenn die Abbildung eine inhaltliche Funktion in deiner Arbeit erfüllt. Verweise im Text auf die Abbildung und erkläre, was Leser:innen ihr entnehmen sollen.
Der Artikel wurde veröffentlicht im Oktober 2026 und zuletzt aktualisiert im Oktober 2026.






