LaTeX ist ein Textsatzsystem, bei dem Inhalt und Formatierung weitgehend voneinander getrennt sind. Statt einzelne Elemente wie Überschriften, Abbildungen oder Tabellen von Hand zu formatieren, legst du fest, welche Funktion sie in deinem Dokument haben. Die einheitliche Gestaltung übernimmt anschließend LaTeX.
Besonders hilfreich ist LaTeX bei:
- langen wissenschaftlichen Arbeiten mit vielen Kapiteln
- mathematischen und technischen Formeln
- vielen Abbildungen und Tabellen, die durchnummeriert werden müssen
- automatischen Verzeichnissen wie Inhalts- oder Abbildungsverzeichnis
- Literaturverwaltung und Zitieren mit einheitlichem Stil
- einheitlicher Formatierung über die ganze Arbeit hinweg, auch bei nachträglichen Änderungen
Für die Arbeit mit LaTeX gibt es zwei gängige Wege:
- Direkt im Browser: Mit einer Online-Plattform wie Overleaf kannst du sofort loslegen, ohne etwas zu installieren. Das ist praktisch für den Einstieg und für die gemeinsame Arbeit an einem Dokument.
- Lokal auf dem Computer: Du installierst einen LaTeX-Editor wie TeXstudio zusammen mit einer TeX-Distribution, zum Beispiel MiKTeX oder TeX Live. So kannst du auch ohne Internetverbindung arbeiten.
Du musst nicht bei einer leeren Datei anfangen: Im Internet findest du fertige LaTeX-Vorlagen, in denen Deckblatt, Seitenränder, Verzeichnisse und Zitierstil schon eingerichtet sind. So übernimmst du ein Grundgerüst und konzentrierst dich auf den Inhalt.
Auch das Schreibzentrum stellt für Ohm-Studierende eine eigene LaTeX-Vorlage sowie ein Cheat Sheet bereit.

Achte darauf, dass eine Vorlage zu den Vorgaben deiner Fakultät passt. Frage im Zweifel bei deiner Betreuung nach.
Muss ich programmieren können?
Nein. Grundlegende LaTeX-Kenntnisse lassen sich auch ohne Programmiererfahrung schnell erlernen. Du arbeitest mit einfachen Befehlen, die festlegen, welche Funktion ein Textabschnitt hat, etwa section{Einleitung} für eine Überschrift oder textbf{Text} für Fettdruck.
Wie funktioniert das Zitieren mit LaTeX?
Ein großer Vorteil von LaTeX ist die automatische Literaturverwaltung über BibTeX oder BibLaTeX. Du sammelst deine Quellen an einer zentralen Stelle in einer separaten Datei und verweist im Text nur noch mit einem kurzen Befehl darauf. Das Literaturverzeichnis wird daraus automatisch erzeugt, du musst es nicht von Hand schreiben oder sortieren.
Den Zitierstil, zum Beispiel APA oder IEEE, legst du an einer Stelle fest und kannst ihn bei Bedarf umstellen. Auch ein Literaturverwaltungsprogramm wie Zotero lässt sich mit LaTeX verbinden, sodass du deine Quellen an einer Stelle verwaltest und automatisch übernimmst.
Ist LaTeX besser als Word?
Das hängt von deiner Arbeit und deinen persönlichen Vorlieben ab. Bei umfangreichen wissenschaftlichen Arbeiten mit vielen Formeln, Verzeichnissen und Quellenangaben bietet LaTeX Vorteile bei der einheitlichen Formatierung. Bei kürzeren Texten mit wenig Formelsatz und häufiger gemeinsamer Bearbeitung ist Word oft praktischer.
Wann lohnt sich LaTeX?
Vor allem bei langen Arbeiten, vielen Formeln und wenn du ein einheitliches, professionelles Layout brauchst.
Der Artikel wurde veröffentlicht im August 2026 und zuletzt aktualisiert im August 2026.






