

Bei naturwissenschaftlichen Arbeiten heißt dieser Textteil: „Material und Methoden“. Mithilfe von praktischen Versuchen entwickelst du hier deine Lösung aufgrund der dargelegten Theorie, stellst die verwendete Methodik dar, und erläuterst und begründest die praktische Umsetzung der Aufgabenstellung. Hierzu beschreibst und erläuterst du die verwendeten Materialien (z. B. Chemikalien und deren Herkunft, CAD-System, Simulationssystem, Anlagen) und die Vorgehensweise, den Versuchsaufbau oder verwendete Softwaretools.
Du begründest deine Entscheidungen, indem du Antworten auf folgende Fragen gibst:
- Warum hast du den Versuch so und nicht anders aufgebaut?
- Warum verwendest du diese Materialien?
Teilweise kannst du dabei Bezug auf die Einleitung nehmen, wenn du bereits dort die Rahmenbedingungen geschildert hast.
Ebenso werden in diesem Teil die Versuchsbedingungen und die Versuchsdurchführung beschrieben. An dieser Stelle kannst du Forschungsliteratur verwenden, um die eigene Methodik und das verwendete Material mit anderen Versuchen zu vergleichen, vor allem aber auch, um die Begründung der gewählten Methodik und des Materials durch Literatur zu stützen.
Wenn die Beschreibung vorangegangener Versuche bereits im Theorieteil erfolgt, kannst du an dieser Stelle darauf verzichten.
Ziel: Materialien und Methoden so detailliert zu beschreiben, dass die Arbeit nur aufgrund dieser Beschreibung wiederholbar ist.
So wird’s gemacht:
Vorliegende Beschreibungen (z. B. Anleitungen von verfügbaren Produkten) müssen nicht detailliert wiedergegeben werden – die Literaturangabe reicht aus.

Meist läuft es im Engineering sowie im Soft- und Hardware-Umfeld typischerweise auf ein klassisches Requirements Engineering hinaus. Die Tiefe, mit der dieses durchgeführt wird, hängt dabei von der Aufgabenstellung und Zielsetzung der Arbeit ab. Manchmal ergibt sich die Problemstellung trivial, manchmal ist ein konsistent und konsequent durchgeführtes Requirement Engineering ein Hauptteil der Arbeit.

Oft ergibt sich als Teil der Bedarfsanalyse eine Auswahl verschiedener Ansätze, Entwicklungsmodelle, eingesetzter Software und genutzter Frameworks.
Du begründest deine Entscheidungen, indem du Antworten auf folgende Fragen gibst:
- Warum hast du diese Umgebung (Desktop, Client/Server, Mobil, Webdienst), diese Software und diese Frameworks genutzt?
- Welche Alternativen gibt es, und warum wurde keine andere gewählt?
- Welche Fragen, Personas und User Stories helfen, den Einsatzzweck optimal abzubilden?
Teilweise kannst du dabei Bezug auf die Einleitung nehmen, wenn du bereits dort die Rahmenbedingungen geschildert hast.
Ziel: Die Umgebung und Methoden so detailliert zu beschreiben, dass die Arbeit nur aufgrund dieser Beschreibung wiederholbar wäre.
So wird’s gemacht:
- Komplette Auflistungen von Befragungen, User Stories etc. müssen meist nicht detailliert wiedergegeben werden. Ausnahme: Fokus auf Requirements Engineering/Usability. Eine Auflistung im Anhang oder auf CD/DVD genügt.
- Nicht relevante Details, wie z. B. Editoren und Entwicklungsumgebungen, werden nicht erwähnt; ungewöhnliche Sachverhalte sollten jedoch aufgeführt werden.
Bei softwaretechnische Arbeiten – sei es beim klassischen Engineering oder in der Informationstechnik – erarbeitest du in diesem Textteil den (theoretischen) Entwurf durch Analysen zu den möglichen Problemfeldern. Hier kann auch die Beziehung zwischen dem Interface und dem Menschen analysiert werden, sowie zu eventuellen Design-/Usability-Überlegungen, oder die generelle Aufteilung des kompletten zu erarbeitenden Systems.

Falls sich erst während der Entwicklung ergibt, dass bestimmte Grundschaltungen, Bibliotheken, Frameworks, Schnittstellen etc. benötigt werden, können diese am Anfang des Kapitels eingeführt werden. Wenn sie hingegen für die Analyse des Problems wichtig sind, sollten sie im Teil „Bedarfsanalyse“ aufgeführt und betrachtet werden.

Der genaue Aufbau ist sehr von der jeweiligen Arbeit abhängig. Es sollten dabei nicht alle Entwicklungsschritte aufgeführt, sondern die komplexeren Zusammenhänge der Arbeit erklärt und begründet werden – oft am besten anhand kurzer Beispiele.

Auch komplexe Fehler können vorgestellt werden, wenn auch nur kurz. Bitte auch hier immer sachlich formulieren, denn die Lesenden können sich selbst bei nüchternem Stil vorstellen, dass du dich an der Stelle massiv geärgert haben musst.
Ziel: Die Komplexität der Entwicklung, Aufwand und Vollständigkeit der Umsetzung sollten abschätzbar sein. Auch der grobe Aufbau des Gesamtsystems sollte nun deutlich geworden sein.
Typische Fehler:
- Die Vorgehensweise wird protokollartig abgearbeitet.
- Trivialitäten werden erklärt.
- Ein zu starker Fokus auf Dinge, die NICHT funktioniert haben, es sei denn, es war Teil der Arbeit, mehrere Varianten zu testen.
- Ein zu starker Fokus auf Design. Ausnahme: Arbeiten, bei denen Design oder Usability im Fokus stehen.
- Zu lange Codebeispiele – mehr als 10 Zeilen sind in der Regel nicht zielführend. Hier solltest du mit Auslassungszeichen[…] arbeiten, und evtl. verfremden. Es ist dein eigener Code, du musst ihn nicht exakt zitieren, wenn es für die Erklärung nicht unbedingt notwendig ist. Unter Umständen können auch Positionsangaben (File/Zeilennummer) ausreichend sein.

Was versteht man unter der Entwicklung einer Lösung?
In diesem Kapitel geht es darum, was du selbst zur Lösung des Problems erarbeitet hast, wobei du die Überschrift an deine Arbeit und Thematik anpassen musst.
Welche Überschrift passt zu meinem lösungsorientierten Kapitel?
Deine Überschrift muss zu deinem Thema passen: In naturwissenschaftlichen Arbeiten wird hier die experimentelle Anordnung beschrieben, in elektrotechnischen Arbeiten die Entwicklung einer Schaltung, in mechanisch orientierten Arbeiten die Beschreibung der Konstruktion, und bei softwaretechnischen Arbeiten der Entwurf und die Implementierung.
Was ist bei einem Entwicklungsprojekt sinnvoll?
Bei Entwicklungsprojekten bietet es sich häufig an, noch eine Anforderungs- bzw. Bedarfsanalyse voranzustellen.
Der Artikel wurde veröffentlicht im November 2024 und zuletzt aktualisiert im November 2024.







