Dieser Artikel orientiert sich an der 9. Auflage des MLA-Stils. Beachte zusätzlich die Vorgaben deiner Fakultät und deiner Betreuungsperson.
Bei einem direkten Zitat übernimmst du eine Textstelle wortwörtlich aus einer Quelle. Kurze direkte Zitate setzt du in doppelte Anführungszeichen. Der Kurzverweis enthält den Nachnamen der Autorin oder des Autors und die Seitenzahl, auf der das Zitat steht.
Imperialism is “the practice, the theory, and the attitudes of a dominating metropolitan center ruling a distant territory” (Said 9).
Du kannst den Namen der Autorin oder des Autors auch in deinen Satz einbauen. Dann steht in der Klammer nur noch die Seitenzahl.
According to Edward W. Said, imperialism is defined by “the practice, the theory, and the attitudes of a dominating metropolitan center ruling a distant territory” (9).

Zwischen dem Nachnamen und der Seitenzahl steht kein Komma. Auch das Erscheinungsjahr gehört beim MLA-Stil normalerweise nicht in den Kurzverweis.
Bei einem indirekten Zitat, auch Paraphrase genannt, gibst du Gedanken oder Informationen aus einer Quelle in eigenen Worten wieder. Obwohl du nicht wörtlich zitierst, musst du die verwendete Quelle angeben.
The theoretical foundations of relativity can be traced to earlier work by Faraday and Maxwell (Einstein 782).
Auch bei einer Paraphrase kannst du die Autorin oder den Autor bereits im Satz nennen. In diesem Fall genügt die Seitenzahl in Klammern. Im MLA-Stil werden Seitenzahlen grundsätzlich auch bei Paraphrasen angegeben, sofern die Quelle über entsprechende Seitenzahlen verfügt.

Formuliere den ursprünglichen Gedanken tatsächlich mit eigenen Worten. Es reicht nicht aus, lediglich einzelne Wörter durch Synonyme zu ersetzen.
Mehrere Quellen in einem Verweis
Wenn du eine Aussage mit mehreren Quellen belegst, kannst du diese in einer gemeinsamen Klammer aufführen. Trenne die einzelnen Quellen durch ein Semikolon.
(Burke 3; Dewey 21)
Internetquellen ohne Seitenzahlen
Viele Internetquellen verfügen über keine festen Seitenzahlen. In diesem Fall gibst du im Kurzverweis nur den Namen der Autorin oder des Autors an. Wenn keine Person als Autorin oder Autor genannt wird, verwendest du einen verkürzten Titel.
(Taylor, “Fitzcarraldo”)

Erfinde keine Seitenzahlen und verwende auch nicht die Seitenzahlen, die beim Ausdrucken einer Webseite entstehen.
Sekundärzitate
Manchmal findest du ein Zitat in einer anderen Veröffentlichung, ohne selbst Zugriff auf die ursprüngliche Quelle zu haben. Das bezeichnet man als Sekundärzitat.
Im MLA-Stil kennzeichnest du ein Sekundärzitat mit der Abkürzung qtd. in für quoted in. Anschließend nennst du die Quelle, in der du das Zitat tatsächlich gelesen hast, und gegebenenfalls die Seitenzahl.
(qtd. in Smith 42)
Im Literaturverzeichnis führst du nur die Quelle auf, die du selbst verwendet hast. Sekundärzitate solltest du möglichst vermeiden und die Originalquelle verwenden, wenn sie zugänglich ist.
Am Ende deiner wissenschaftlichen Arbeit steht das Literaturverzeichnis. Im MLA-Stil trägt es die Überschrift Works Cited. Hier listest du alle Quellen auf, auf die du in deinem Text verwiesen hast.
Die Einträge werden alphabetisch nach dem Nachnamen der Autorin oder des Autors sortiert. Wenn keine Autorin und kein Autor angegeben sind, erfolgt die Einordnung nach dem Titel.
- Beginne das Literaturverzeichnis auf einer neuen Seite.
- Verwende die Überschrift Works Cited.
- Halte im gesamten Literaturverzeichnis den doppelten Zeilenabstand ein.
- Sortiere die Einträge alphabetisch.
- Rücke bei mehrzeiligen Einträgen alle Zeilen außer der ersten ein. Das bezeichnet man als hängenden Einzug.
- Achte darauf, dass jeder Kurzverweis im Text zu einem Eintrag im Literaturverzeichnis führt.
Monografien
Eine Monografie ist ein eigenständiges Buch, das sich ausführlich mit einem bestimmten Thema beschäftigt. Es wird von einer oder mehreren Personen verfasst und bildet ein zusammenhängendes Werk.
Grundschema: Nachname, Vorname. Titel des Buches. Verlag, Erscheinungsjahr.
Bhabha, Homi K. The Location of Culture. Routledge, 1994.
Zeitschriftenartikel
Wissenschaftliche Zeitschriften enthalten Fachartikel zu bestimmten Forschungsgebieten. Sie erscheinen regelmäßig und sind häufig in Jahrgänge und einzelne Ausgaben unterteilt. Viele wissenschaftliche Zeitschriftenartikel durchlaufen vor der Veröffentlichung ein Begutachtungsverfahren, das sogenannte Peer Review.
Grundschema: Nachname, Vorname. „Titel des Artikels.“ Name der Zeitschrift, vol. Bandnummer, no. Heftnummer, Erscheinungsjahr, pp. Anfangsseite–Endseite.
Bei online veröffentlichten Zeitschriftenartikeln ergänzt du gegebenenfalls den Namen der Datenbank und einen DOI. Der Digital Object Identifier ermöglicht es, die Veröffentlichung dauerhaft aufzufinden.
Alonso, Alvaro, and Julio A. Camargo. “Toxicity of Nitrite to Three Species of Freshwater Invertebrates.” Environmental Toxicology, vol. 21, no. 1, 3 Feb. 2006, pp. 90–94. Wiley Online Library, https://doi.org/10.1002/tox.20155.
Webseiten
Webseiten sind einzelne Inhalte, die über das Internet abgerufen werden können. Sie können beispielsweise Informationen von Organisationen, Unternehmen oder Privatpersonen enthalten. Im Unterschied zu gedruckten Veröffentlichungen können ihre Inhalte nachträglich verändert werden.
Grundschema: Nachname, Vorname. „Titel der Webseite.“ Name der Website, Veröffentlichungsdatum, URL.
Lundman, Susan. “How to Make Vegetarian Chili.” eHow, www.ehow.com/how_10727_make-vegetarian-chili.html.
Ist kein Veröffentlichungsdatum angegeben oder kann sich der Inhalt verändern, kannst du zusätzlich das Datum nennen, an dem du die Seite zuletzt aufgerufen hast.
Ein typischer Fehler ist die Verwechslung des MLA-Stils mit anderen Zitierstilen. Anders als beim APA-Stil steht beim MLA-Stil normalerweise nicht das Erscheinungsjahr im Kurzverweis, sondern die Seitenzahl.
- Fehlende Quellenangaben: Auch indirekt übernommene Gedanken und Informationen müssen belegt werden.
- Falsche Kurzverweise: Zwischen dem Nachnamen und der Seitenzahl steht normalerweise kein Komma.
- Fehlende Seitenzahlen: Bei Quellen mit festen Seitenzahlen musst du die entsprechende Stelle angeben.
- Erfundene Seitenzahlen: Bei Webseiten ohne feste Seitenzählung darfst du keine Seitenzahl ergänzen.
- Uneindeutige Verweise: Jeder Kurzverweis muss eindeutig zu einem Eintrag im Literaturverzeichnis führen.
- Unvollständiges Literaturverzeichnis: Alle im Text verwendeten Quellen müssen im Abschnitt Works Cited erscheinen.
- Uneinheitliche Formatierung: Verwende den MLA-Stil in der gesamten Arbeit konsequent.
Gehört das Erscheinungsjahr in den Kurzverweis?
Nein. Beim MLA-Stil besteht der Kurzverweis normalerweise aus dem Nachnamen der Autorin oder des Autors und der Seitenzahl, beispielsweise (Said 9).
Muss ich bei Paraphrasen eine Seitenzahl angeben?
Ja, sofern die verwendete Quelle feste Seitenzahlen besitzt. So können Leserinnen und Leser die übernommene Information leichter nachvollziehen.
Was mache ich bei einer Webseite ohne Seitenzahlen?
Gib im Kurzverweis den Namen der Autorin oder des Autors an. Ist keine Person genannt, verwendest du einen verkürzten Titel. Erfinde keine Seitenzahlen.
Was ist der Unterschied zwischen Works Cited und einer Bibliografie?
Die Liste Works Cited enthält die Quellen, auf die du in deinem Text tatsächlich verwiesen hast. Eine Bibliografie kann zusätzlich Literatur enthalten, die du gelesen oder zur Vorbereitung verwendet, aber nicht direkt zitiert hast.
Muss ich die Vorgaben meiner Fakultät trotzdem beachten?
Ja. Die Vorgaben deiner Fakultät, deines Studiengangs oder deiner Betreuungsperson haben Vorrang. Kläre deshalb vor dem Schreiben, welcher Zitierstil und welche konkrete Variante verlangt werden.
Quelle: Die Informationen in diesem Artikel basieren auf den Anleitungen des Purdue Online Writing Lab der Purdue University zum MLA-Stil in der 9. Auflage.
Der Artikel wurde veröffentlicht im November 2026 und zuletzt aktualisiert im November 2026.







