Der Harvard-Stil ist ein sogenannter Autor-Jahr-Zitierstil. Das bedeutet: Die Quelle wird direkt im Text genannt – in der Regel in runden Klammern – und nicht in einer Fußnote. Am Ende der Arbeit steht ein alphabetisch sortiertes Literaturverzeichnis mit allen verwendeten Quellen.

Der Harvard-Stil ist kein starr normierter Zitierstil. Entscheidend ist nicht eine einzige „richtige“ Form, sondern dass du innerhalb deiner Arbeit konsequent einheitlich zitierst.
Im Harvard-Stil verweist du direkt im Text auf deine Quelle. Ein Kurzbeleg besteht aus dem Nachnamen der Autorin oder des Autors, dem Erscheinungsjahr und – wenn nötig – der Seitenzahl.
Indirekte Zitate
Bei indirekten Zitaten gibst du Gedanken aus einer Quelle in eigenen Worten wieder. Diese Zitierform ist im Studium die Regel. Eine Seitenzahl ist empfohlen, vor allem wenn du dich auf eine konkrete Textstelle beziehst.
Direkte Zitate
Direkte Zitate übernimmst du wortgetreu aus der Quelle. Sie stehen in Anführungszeichen und müssen immer mit einer Seitenzahl belegt werden.

Verwende direkte Zitate sparsam. In wissenschaftlichen Arbeiten werden überwiegend indirekte Zitate erwartet.
- Zwei Autor*innen: (Müller & Schmidt 2020)
- Drei oder mehr Autor*innen: (Müller et al. 2019)
- Mehrere Quellen in einem Beleg: (Müller 2021; Schmidt 2019)
Im Literaturverzeichnis führst du alle Quellen auf, die du im Text zitiert hast – und nur diese. Die Einträge sind alphabetisch nach dem Nachnamen der Autor*innen sortiert.
Müller, Anna (2021): Wissenschaftlich schreiben lernen. 2. Aufl. Berlin: Beispielverlag.
Schmidt, Jonas (2019): Schreiben im Studium. In: Zeitschrift für Hochschuldidaktik, 14(2), S. 33–48.
Weber, Lara (2023): Zitieren im Studium. URL: https://www.beispielseite.de (abgerufen am 12.03.2026).

Der Harvard-Stil kann er Unsicherheit erzeugen, weil es mehrere zulässige Varianten gibt. Wichtig ist daher, dass du dich (sofern vorhanden) an die Vorgaben deiner Lehrenden hältst und innerhalb deiner Arbeit konsequent bleibst.
- Behalte dein Literaturverzeichnis im Blick: Nimm dort ausschließlich Quellen auf, die du im Text tatsächlich zitiert hast, und gestalte alle Einträge nach demselben Schema.
- Gehe mit besonderen Quellen bewusst um: Social-Media-Beiträge, Interviews, Vorträge oder Konferenzbeiträge lassen sich zitieren, benötigen aber angepasste Angaben (z. B. Autor*in, Jahr, Plattform oder Ort, Datum und ggf. URL).
- Unterscheide klar zwischen Zitatformen: Sehr lange wörtliche Zitate werden häufig eingerückt dargestellt und können – je nach Variante – ohne Anführungszeichen erscheinen. Bei indirekten Zitaten kannst du zur Verdeutlichung das Kürzel „vgl.“ verwenden.
- Achte auf Einheitlichkeit bei Namen: Schreibweise, Reihenfolge und Abkürzungen von Autor*innennamen sollten im Text und im Literaturverzeichnis exakt übereinstimmen.
- Nutze digitale Hilfsmittel: Literaturverwaltungsprogramme wie Zotero können dich beim Sammeln und Formatieren von Quellen unterstützen – ersetzen aber nicht deine inhaltliche Kontrolle.
- Prüfe typische Fehlerquellen: Häufig passieren Fehler durch fehlende Seitenzahlen bei direkten Zitaten, unterschiedliche Schreibweisen desselben Namens oder die falsche Verwendung von Abkürzungen wie „ebd.“.
Muss ich bei jedem Zitat eine Seitenzahl angeben?
Bei direkten Zitaten ja. Bei indirekten Zitaten ist eine Seitenzahl empfohlen, aber nicht immer zwingend.
Ist der Harvard-Stil überall gleich?
Nein. Der Harvard-Stil ist ein Zitierprinzip mit verschiedenen Varianten. Wichtig ist, dass du innerhalb deiner Arbeit einheitlich bleibst.
Darf ich Fußnoten für Quellen verwenden?
Im Harvard-Stil werden Quellen im Text belegt. Fußnoten kannst du für inhaltliche Ergänzungen nutzen, nicht für den regulären Quellenbeleg.
Ist Harvard das Gleiche wie APA?
Nein. APA ist ein eigener, stärker normierter Zitierstil, der ebenfalls mit Autor und Jahr arbeitet.
Der Artikel wurde veröffentlicht im April 2026 und zuletzt aktualisiert im April 2026.








