Wissenschaftliche Arbeiten sollen transparent und nachvollziehbar sein. Im Studium sind sie Prüfungsleistungen. Beides zusammen bedeutet: Kläre vor der Nutzung mit deiner Betreuungsperson, ob und wie du KI-Tools einsetzen darfst. Die Vorgaben unterscheiden sich je nach Prüfung, Fakultät und Hochschule.
Die KI-Leitlinie der TH Nürnberg findest du hier: Ohm-KI-Leitlinie.
Wenn du KI nutzt, musst du die Nutzung auch dokumentieren.

Achtung: Fehlende oder falsche Kennzeichnung von KI-Nutzung kann als Täuschungsversuch gewertet werden.
KI-Tools sind keine Literaturquellen. Du zitierst sie nicht und nimmst sie nicht ins Literaturverzeichnis auf.
Passagen, die du mit KI-Unterstützung erarbeitet hast und für die du die inhaltliche Verantwortung trägst, kennzeichnest du nicht im Text. Du stehst für den Inhalt ein, das gilt generell für wissenschaftliche Arbeiten.
Hast du ganze Textpassagen unverändert aus einem KI-Output übernommen, musst du das kennzeichnen. Das zählt dann allerdings nicht mehr als eigenständige Prüfungsleistung.
Wie du KI eingesetzt hast, dokumentierst du im Anhang, zum Beispiel als einfache Erklärung oder als detaillierte Tabelle (siehe unten).
Wenn du KI beim wissenschaftlichen Arbeiten und Schreiben nutzt, musst du das dokumentieren – zum Beispiel bei:
- Ideenfindung und Brainstorming
- Literaturrecherche
- Zusammenfassungen von Texten
- Generierung von Beispielen
- Strukturierung und Gliederung
- Formulierungshilfen, z.B. wenn du Sätze oder Absätze umformulieren lässt
- Erstellung von Abbildungen
Ausnahme: Rechtschreib- und Grammatikprüfung musst du nicht dokumentieren.

Wichtig: Je nach Fach und Lernziel werden deine Betreuungspersonen unterschiedliche Vorgaben machen. Wenn Spracherwerb das Ziel ist, ist es weniger sinnvoll ein KI-Tool zum Übersetzen oder Formulieren zu nutzen als wenn es um Erwerb von Fachwissen geht.
Falls deine Betreuungsperson keine Vorgaben macht, wähle eine dieser beiden Varianten – oder frage sie, welche Variante sie bevorzugt:
Variante 1: Einfache Erklärung
Füge nach dem Literaturverzeichnis eine Erklärung ein. In der Erklärung gibst du in einer einfachen Liste oder Tabelle an, welche Tools du für welche Zwecke genutzt hast. Beispiel:
Erklärung: Verwendung von KI-Werkzeugen
- Microsoft Copilot (GPT 5): Ideenfindung, Verbesserung von Formulierungen, Generierung von Beispielen
- SciSpace: Unterstützung bei der Literaturrecherche
- Midjourney: Erstellung von Abbildungen
Wann ist diese Variante geeignet? Wenn du KI punktuell und ergänzend genutzt hast und/oder deiner Betreuungsperson eine allgemeine Erklärung genügt.
Variante 2: Detaillierte Dokumentation
Nutze eine Tabelle, um genau anzugeben, in welchen Arbeitsphasen du welche Tools eingesetzt hast. Platziere sie im Anhang unter der Überschrift „Detaillierte Dokumentation der Verwendung von KI-Werkzeugen“. Beispiel:
|
Arbeitsschritt |
Thema finden und konkretisieren |
Recherchieren |
Strukturieren |
Schreiben |
Überarbeiten |
|
Tool (inkl. Version) |
ChatGPT 4o |
Semantic Scholar |
ChatGPT 4o |
— |
ChatGPT 4o |
|
Grad der Nutzung |
Zur Inspiration |
Unterstützend |
Ergänzend |
— |
Unterstützend |
|
Was genau? |
Brainstorming zu möglichen Schwerpunkten |
Literaturvorschläge zu meinem Thema |
Gliederungsvorschlag auf Basis meiner Notizen |
— |
Aufzeigen lassen von Lücken in meiner Argumentation in der Diskussion |
Grad der KI-Nutzung – Was bedeutet das?
|
Grad der KI-Nutzung |
Zur Inspiration |
Ergänzend |
Unterstützend |
Inhaltsgestaltend |
|
Erläuterung |
KI liefert Impulse, du entscheidest |
KI erklärt oder strukturiert deine eigenen Ideen |
KI arbeitet dialogisch mit dir |
KI liefert direkte Inhalte |
|
Beispiele |
Themenvorschläge, Formulierungsalternativen |
Begriffserklärungen, Gliederung aus deinen Notizen, Zusammenfassungen deiner Texte |
Fragestellung verfeinern, Überarbeitungsvorschläge, Literaturzusammenfassungen |
Hintergrundwissen generieren lassen, KI-Text übernommen, Gliederung vorgegeben bekommen |
(gekürzt nach Baresel et al. 2024)
Wann ist diese Variante geeignet? Wenn du KI intensiv genutzt hast und/oder deine Betreuungsperson eine detaillierte Dokumentation verlangt
Achtung: Wenn du KI inhaltsgestaltend nutzt, ist das keine eigenständige Prüfungsleistung mehr.
Ja, wenn der Prompt entscheidend für dein Ergebnis war. Ein Prompt ist dann relevant, wenn er maßgeblich zur Beantwortung deiner Forschungsfrage oder zur Entwicklung deiner Argumentation beigetragen hat.
Beispiel für einen dokumentationspflichtigen Prompt:
Prompt: Vergleiche die Definitionen von ‚organisationalem Lernen‘ nach Argyris & Schön (1978), Senge (1990) und Nonaka & Takeuchi (1995). Arbeite Gemeinsamkeiten und Unterschiede heraus und erstelle eine Synopse in Tabellenform.
ChatGPT 5, OpenAI, 28.10.2025, https://chatgpt.com/share/6900ab46-f85c-800d-af68-3b5bc76ae99d
Warum dieser Prompt dokumentiert werden muss: Das KI-Tool hat hier eine zentrale analytische Leistung erbracht (Theorienvergleich), die direkt in deine Argumentation eingeflossen ist.
Beispiel für einen nicht-dokumentationspflichtigen Prompt:
Prompt: Formuliere diesen Satz kürzer.
Warum dieser Prompt nicht dokumentiert werden muss: Hier hat die KI keine inhaltliche Leistung erbracht, sondern nur sprachlich unterstützt.
Wenn KI-Nutzung Teil deiner Forschungsmethode ist (z.B. zur Auswertung von Interviews oder zur Textanalyse), gehört die Beschreibung in den Methodenteil deiner Arbeit. Dort erklärst du so genau, wie du welches Tool verwendet hast, dass andere dein Vorgehen wiederholen könnten. Die verwendeten Prompts kommen zusätzlich in den Anhang.
Bei KI-generierten Abbildungen gibst du in der Bildunterschrift das genutzte Tool an:
Beispiel: Abbildung 1: Visualisierung des Forschungsprozesses (erstellt mit DALL-E 3).
- Ich habe mit meiner Betreuungsperson geklärt, ob ich KI nutzen darf.
- Ich habe KI-Nutzung dokumentiert (außer reine Rechtschreib-/Grammatikprüfung).
- Ich habe KI-Tools nicht im Literaturverzeichnis aufgeführt.
- Ich habe KI-generierte Aussagen mit Originalquellen belegt, die ich selbst gelesen habe.
- Ich habe alle Inhalte geprüft.
- Ich übernehme die Verantwortung für alle Inhalte meiner Arbeit.
Baresel, Kira; Eube, Cornelia; Knorr, Dagmar; Lutter, Ly; de Nys, Jasmin; Röben, Marieke (2024): KI-Gebrauch im Studienkontext dokumentieren. Hinweise und Arbeitsmaterialien. DOI: 10.48548/pubdata-1476 (25.06.2026).
Hochschule Bayern (08.05.2025): KI-LEITLINIE HOCHSCHULLEHRE. Empfehlungen zum Umgang mit KI in der Lehre der bayerischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften und Technischen Hochschulen. https://www.hochschule-bayern.de/fileadmin/daten/Positionspapiere/KI-Leitlinie_Hochschule-Bayern-19052025.pdf (25.06.2026).
Hochschule RheinMain (o.D.): Empfehlungen für Lehrende: Studentischer Einsatz von KI-Tools beim wissenschaftlichen Schreiben. https://www.hs-rm.de/fileadmin/HSRM/EXTERN/Abteilung/V_Studium_und_Lehre/V.1/KI%40HSRM/KI_Handreichungen_und_Anleitungen/AG_Empfehlungen_fuer_Lehrende.pdf (25.06.2026).
Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm (2026): Leitlinie zum Umgang mit KI-Werkzeugen an der Technischen Hochschule Georg Simon Ohm. https://www.th-nuernberg.de/fileadmin/zentrale-einrichtungen/szs/sb/sb_docs/Amtsblatt/2026/KI-Leitlinie_der_Ohm_Amtsblatt.pdf (25.06.2026).
Muss ich genutzte KI-Tools im Literaturverzeichnis angeben?
Nein. KI-Output ist keine wissenschaftliche Quelle. Wenn du Informationen von einer KI erhältst, recherchiere die Originalquelle und zitiere diese. Nur diese gehört ins Literaturverzeichnis.
Darf ich KI bei meiner Abschlussarbeit verwenden?
Das entscheidet deine Betreuungsperson. Kläre vor Beginn der Arbeit, ob und in welchem Umfang du KI-Tools einsetzen darfst.
Welche Risiken gibt es beim Einsatz von KI?
Unbemerkte Plagiate: KI kann Textpassagen reproduzieren, ohne die Quelle zu nennen. Urheberrechtsverletzungen: KI-generierte Inhalte können geschützte Werke enthalten. Datenschutzprobleme: Sensible Daten (z.B. aus Interviews) dürfen nicht in KI-Tools eingegeben werden. Verpasste Lernchance: Wenn du dir zu viel abnehmen lässt, nimmst du dir wichtige Lernprozesse.
Was passiert, wenn ich KI-Nutzung nicht kennzeichne?
Das kann als Täuschungsversuch gewertet werden und zu schwerwiegenden Konsequenzen führen – von der Bewertung mit „nicht bestanden“ bis zur Exmatrikulation.
Kann ich KI-generierten Text direkt übernehmen?
Nein, nicht unverändert. Du kannst KI-Output als Ausgangsmaterial nutzen, musst ihn aber inhaltlich prüfen, überarbeiten und verantworten. KI macht Fehler, erfindet Quellen und kann fachlich falsch liegen. Die Verantwortung für alle Inhalte liegt bei dir.
Der Artikel wurde veröffentlicht im Dezember 2025 und zuletzt aktualisiert im Dezember 2025.












