Mit dem Kursmodul „Lern- und Selbstmanagement“ für Studierende im ersten Semester des Studiengangs „Energie- und Wasserstofftechnik“ in der Fakultät Verfahrenstechnik haben Uta-Beate Grönn und Prof. Christoph Reichel ein Lehr- und Lernformat entwickelt, das Studierende darin unterstützt, mit gezielten Lernmethoden und -techniken sowie Selbstmanagementstrategien ihr Studium erfolgreich zu bewältigen. Sie erzählen nun, wie MS Teams ihr Modul bereichert hat:
MS Teams ist ein ideales Tool, um lebendige Lehrveranstaltungen aktiv zu gestalten.
Uta-Beate Grönn, Dozentin des Moduls
In diesem Semester führen wir das Modul wieder über Teams durch und können uns eine andere Lern- oder Lehrplattform schon gar nicht mehr vorstellen
Bei der Planung wurde sehr schnell klar, dass wir das Modul ergänzend zu den Lehrveranstaltungsterminen über eine digitale Plattform abbilden wollen, die uns nicht nur die Dokumentation der Lehrinhalte und asynchrone Kommunikation über den schriftlichen Weg bietet, wie bei Moodle, sondern auch Interaktion, Kollaboration, synchrone Kommunikation und virtuelle Lehre ermöglicht. Zudem ist das Modul so konzipiert, dass ein Arbeiten in Arbeitsgruppen und die Dokumentation der Ergebnisse in der Arbeitsgruppe selbst möglich sein musste.
Unsere Anforderungen an die digitale Plattform:
– Asynchron niederschwellig in Kontakt bleiben und kommunizieren (sowohl Lehrende mi Studierenden, als auch umgekehrt bzw. untereinander)
– Materialien und Abgaben hochladen
– Kleingruppenarbeit: „Lern- und Selbstmanagement“ erfordert kontinuierliche Reflexion, das in Form eines angeleiteten Peer-Coachings erfolgte. Zur Bearbeitung von Arbeitsaufträgen sowie zu Absprachen innerhalb der Gruppe und mit den Lehrenden braucht es einen geschützten Raum.
– Einzelne Lehrveranstaltungstermine digital durchführen können, da Lehrende ebenso wie Studierende nicht immer vor Ort sein konnten
– Eigenverantwortliche Mitgestaltung der virtuellen Plattform durch die Studierenden
– Lehrevaluation
– Alle Anforderungen über ein Tool abbilden
Microsoft Teams schien uns diese Möglichkeiten zu bieten und so haben wir im Wintersemester 24/25 unsere Lehrveranstaltung erstmalig über MS Teams gestaltet. Über einen Zugangscode konnten die Studierenden sich direkt in unser „Teams-Team“ einschreiben. Das war für alle schnell und einfach zu bewältigen. Ab der zweiten Vorlesungsstunde konnten wir mit allen Studierenden in unserem Team zusammenarbeiten.
Kommunikation und Dokumentation
Die gesamte digitale Kommunikation zwischen Lehrenden und Studierenden sowie die Dokumentation der Materialien wurde in dem Kanal Allgemein abgebildet (siehe Abb. 1), der beim Erstellen eines Team in MS Teams immer automatisch mit angelegt wird. Als Lehrende konnte ich direkt im Kanal Allgemein kurzfristig Informationen posten, Nachfragen zu Arbeitsaufgaben stellen, Raumänderungen durchgeben und Diskussionen anleiten. Und auch die Studierenden haben Nachfragen, Kommentare und Ergänzungen in den Chat gepostet.

Die Dokumentation der Vorlesungen, der Peer-Coachings und der Arbeitsmaterialien erfolgte über den Reiter Dateien (siehe Abb. 2; in manchen MS Teams-Version heißt dieser Reiter Freigegeben). Dabei wurden die Inhalte zu den drei Kategorien in jeweils unterschiedlich farbigen Ordnern abgelegt.
Auch die Studierenden konnten zu den einzelnen Themen Dokumente einfügen, wenn sie ergänzendes Material beitragen wollten. Sie haben sowohl in ihren Gruppen Dateien untereinander geteilt, als auch Arbeitsergebnisse im Reiter Dateien in den Ordner Arbeitsmaterialien hochgeladen. So ist nach und nach ein gemeinsames Kompendium entstanden. Sehr sinnvoll ist für die Arbeit mit Dokumenten auch die übergreifende Suchfunktion.

Kanäle für die Peer-Groups
Die unterschiedlichen Peer-Groups (Lerngruppen) die wir zu Beginn des Semesters bildeten, nutzten jeweils einen eigenen, privaten Kanal für ihre Absprachen und die Zusammenarbeit und dokumentierten dort ihre Arbeitsergebnisse, die nur für die eigene Peer-Gruppe sichtbar sein sollten. Die Studierenden gaben dem Kanal einen Namen nach ihren Vorstellungen (siehe Abb. 3).
Als Lehrende, die wir zugleich Besitzer des Teams waren, hatten wir Zugang zu allen Kanälen und konnten uns so, nach vorheriger Absprache mit der Peer-Group, in die Arbeitsprozesse der einzelnen Gruppen einklinken.

Virtuelle Lehre
Einzelne Vorlesungstermine wurden digital durchgeführt. Sie ließen sich wunderbar auch online/virtuell gestalten, indem alle Studierenden zu der entsprechenden Vorlesungszeit über das Kamerasymbol im Kanal Allgemein der Besprechung beitraten.
Dort konnte ich sowohl meine Präsentation vorstellen, als auch gemeinsam mit den Studierenden am Whiteboard arbeiten, um Inhalte zu erarbeiten und Ergebnisse festzuhalten. Die Whiteboardfunktion war allerdings eher langsam und es gab häufig Verzögerungen.
Für die Diskussion in Kleingruppen ließ ich die Studierenden den Kanal wechseln. Sie trafen sich dann virtuell in ihren Peer-Groups und fanden sich zur angegebenen Zeit wieder in der Besprechung im Hauptkanal ein.
Eine Alternative wäre die Nutzung von Breakout-Rooms. Da wir jedoch sowieso Kanäle für die einzelnen Kleingruppen hatten, war es für uns naheliegender, diese direkt für die Kleingruppenphasen zu nutzen.
Virtuelle Besprechungen / Coachings
Durch das Format des Moduls bedingt, gab es Gruppencoachings, die überwiegend virtuell durchgeführt wurden. Nach individueller Absprache traf sich die Peergruppe mit dem Lehrenden und/oder Coach im Kanal der jeweiligen Gruppe und konnte dann, ungestört durch die anderen Studierendengruppen, ihre Themen ansprechen.
Peer-Austausch
Interessanterweise war die Möglichkeit Mitglieder über MS Teams zu suchen (siehe Abb. 4; erreichbar über Team verwalten) und direkt anzuschreiben gerade zu Beginn bei den Erstsemestern ein besonders wichtiges Element bei unserem Modul, da von den Studierenden mehrfach nachgefragt wurde, wie man untereinander in Kontakt kommen könne. Über die Suchfunktion konnten die Studierenden sich niederschwellig kontaktieren und in den Kleingruppen zusammenfinden.
Die Kontaktaufnahme schien auf diesem Weg sehr viel einfacher zu sein, als eine*n Mitstudierende*n um die Telefonnummer zu bitten. Auch für uns Lehrende war es so sehr einfach mit einzelnen Studierenden in Kontakt zu kommen.

Evaluation der Lehrveranstaltung
Die Evaluation wurde über die App „Forms“ erstellt. Die Fragen bearbeiteten wir gemeinsam, bis sie nach Meinung aller Beteiligten, also Studierenden und Lehrenden, den erforderlichen Reifegrad hatten. Im Ergebnis wurde zum Beispiel die Frage „Welches sind bei dem Modul Ihre wichtigsten Lernerfahrungen?“ in die Evaluation aufgenommen.
Die geringe Rücklaufquote erklärt sich durch den Zeitpunkt der Freigabe des Fragebogens zur Beantwortung am letzten Tag des Moduls im Januar. Da waren die Studierenden schon zu sehr in Prüfungsvorbereitungen eingebunden.
Forms hat sich als Evaluationstool für uns angeboten, weil es über MS Teams problemlos be- und verarbeitbar und die Weitergabe der Ergebnisse einfach zu bewerkstelligen war. Wir haben keine Fragen zum Arbeiten und Lernen mit MS Teams gestellt. Wir haben so problemlos auf MS Teams als Tool zusammengearbeitet, dass wir nicht darauf gekommen sind, hierzu eine Erhebung zu gestalten.
In Bezug auf die Lehrveranstaltung als Ganzes nehmen wir aus der Evaluation vor allem mit, dass die Studierenden das Modul als sehr wertvoll für ihre Studium empfanden (4,63 von möglichen 5 Sternen). Ihre wichtigsten Lernerfahrungen sehen sie in der Entwicklung ihrer Selbstorganisation: „wie ich mich selbst so organisieren kann, dass man im Studium klarkommt“. Besonders ausgezeichnet hat unser Lernmodul die gemeinsame Gestaltung durch einen fachlich Lehrenden und einen Coach. Das Modul hat, neben der Erweiterung der Lern- und Selbstmanagementkompetenz, die Studierenden in guten Kontakt untereinander gebracht und eine gute außerfachliche Verbindung von Studierenden und Lehrenden geschaffen.
Fazit
Wir würden aus unserer Sicht das Gestalten von Lehrveranstaltungen auf MS Teams unbedingt empfehlen, da hier wirklich alle Bedarfe von Kommunikation über Dokumentation, Gruppenarbeit, Ergebnisformulierung… befriedigt werden können und das gesamte Lehrmodul auf nur einer Plattform dargestellt werden kann.
Der Beitrag wurde veröffentlicht im Dezember 2025 und zuletzt aktualisiert im Januar 2025.

