Was Sie hier lernen
Sie erfahren, wie MS Teams die Zusammenarbeit mit Studierenden erleichtern und zum Beispiel bei Projekt- oder Gruppenarbeiten helfen kann.
Für Fragen zu Einstellungen und technischer Handhabung finden Sie Antworten auf den Hilfeseiten von Microsoft (siehe rechte Spalte)
Inhaltsverzeichnis zu diesem Artikel
- Das Grundgerüst: Ein MS Teams-Team, Gruppenkanäle und ein Meetingraum für die Lehrveranstaltungstermine
- Während einer Online-Lehrveranstaltung zusammenarbeiten
- Evaluation, Abstimmungen oder Lernstandsabfragen durchführen
- Projekt- und Gruppenarbeiten organisieren
- Lernergebnisse dokumentieren lassen
- Tipp für Hochschulangehörige
- Haben Sie noch 5 Minuten?
Das Grundgerüst: Ein MS Teams-Team, Gruppenkanäle und ein Meetingraum für die Lehrveranstaltungstermine
Ein Team in MS Teams ist ein virtueller Arbeitsbereich für Gruppen, in dem Mitglieder gemeinsam kommunizieren, Dateien austauschen und an Projekten arbeiten können. Der Arbeitsbereich ist in Unterbereiche („Kanäle“) aufgeteilt, in denen Chats, Besprechungen und Apps, wie zum Beispiel ein Whiteboard oder ein Abstimmungssystem, genutzt werden können.
In einem MS Teams-Team können die Teilnehmenden wie Mitglieder einer Community agieren. Damit die Kommunikation funktioniert und auch genutzt wird, gibt es ein paar Erfolgsfaktoren:
In einer virtuellen Teamumgebung entsteht schnell Distanz. Nutzen Sie deshalb aktiv immer wieder die Kanäle des Teams-Team für Absprachen, Nachfragen oder inhaltliche Impulse. Auf diese Weise unterstützen Sie die Wahrnehmung sozialer Präsenz und Eingebundenheit als wichtige die Motivation unterstützende Faktoren.
“So viel wie nötig, so wenig wie möglich” – das gilt auch für Strukturen im Teams-Team. Wenn Raum für selbstgesteuerte Organisation da ist, können sich Strukturen so bilden, wie sie benötigt werden.
Regelmäßiges Feedback verstärkt Lernprozesse und verbessert den Lernerfolg. Die deutliche positive Wirkung von Feedback ist mittlerweile empirisch belegt. Geben Sie deshalb Studierenden regelmäßig Feedback zu Zwischenergebnissen, zum Beispiel in einem kollaborativen Dokument oder dem Notizbuch (OneNote), über Postings in einem Kanal oder indem Sie eine Checkliste zu Ihrem Kriterienkatalog als Datei bereitstellen. Mehr zu Feedback in der Lehre
Das können Sie jetzt tun:
Legen Sie ein MS Teams-Team mit 2 Gruppenkanälen und einem Meetingraum für Ihre LV an.
Nutzen Sie bei Bedarf die Support-Seiten von Microsoft (siehe rechte Spalte) sowie unsere Anleitung mit ersten Schritten zur eigenen Teams-Umgebung für Ihre Lehrveranstaltung
Während einer Online-Lehrveranstaltung zusammenarbeiten
Gruppenarbeit
Breakout‑Rooms in Microsoft Teams sind virtuelle Räume, in die Teilnehmende eines Meetings aufgeteilt werden können, um in kleineren Gruppen parallel zu arbeiten. Breakout-Rooms können vorab eingerichtet oder während eines Meetings spontan erstellt werden. Teilnehmende können den Räumen zugewiesen werden, oder diese selbstständig aufsuchen. Breakout-Rooms ermöglichen fokussiertes Arbeiten in kleinen Gruppen, ohne das Hauptmeeting zu unterbrechen.
Quizzes und Abfragen
Die App „Poll“ ermöglicht es, Umfragen direkt in einem Meeting zu erstellen, durchzuführen und auszuwerten, um Feedback oder Abstimmungen in Echtzeit einzuholen – ähnlich den Online-Abstimmungssystemen wie PINGO, Mentimeter oder kahoot!it. Mit der App „Poll“ können Sie zum Beispiel während des Semsters live in der Lehrveranstaltung ein kurzes Zwischenfeedback erfragen oder Lernstandsabfragen durchzuführen, um den Kenntnisstand der Studierenen zu erfahren.
Im Gegensatz zu der App „Forms„, mit der ebenfalls Umfragen durchgeführt weden können, ist die App „Poll“ spontan und einfach während einer laufenden Veranstaltung nutzbar.
Elaboration und Visualisierungen
Die App „Whiteboard“ in MS TEAMS ist eine virtuelle Tafel, auf der mehrere Personen gleichzeitig skizzieren, zeichnen, schreiben und visualisieren können. In der Lehre kann das Whiteboard vertiefte Lernprozesse unterstützen und bei Projekt- und Gruppenarbeiten helfen – während eines Meetings, oder auch asynchron.
Das Whiteboard bietet vielseitige Visualisierungsmöglichkeiten, aus denen die Studierenden frei auswählen können. Geeignete Zielsetzungen können sein, auf kreative Art Zusammenhänge zwischen Lerninhalten sichtbar zu machen, neue Lerninhalte mit bekannten Konzepten zu verknüpfen oder Beispiele, Praxisanwendungen oder Projektthemen zu sammeln. Infos zu Lernstrategien
Ein Beispiel: Um Ideen zu sammeln posten alle still ihre Ideen ca. 3-5 min auf das Whiteboard – als Text, auf Sticky-Notes, mit Hilfe von Formen oder Emojis. Im Anschluss werden die Ideen durchgesprochen und geclustert, sortiert und ausgewählt. Dieses Vorgehen nennt sich Brainwriting Infos zu Brainwriting
Das können Sie jetzt tun:
1. Fügen Sie die App „Whiteboard“ in Ihrem MS Teams-Team hinzu und testen Sie die Visualisierungsmöglichkeiten aus.
2. Nun können sie abschätzen: Wofür könnten Sie das Whiteboard in Ihrer Lehrveranstaltung nutzen?
Evaluation, Abstimmungen oder Lernstandsabfragen durchführen
Mit der App „Forms“ können Umfragen, Quizze oder Feedbackformulare erstellt und im Team geteilt werden. Die Ergebnisse werden automatisch gesammelt und können in Echtzeit analysiert und exportiert werden – auch anonym.
Abstimmungen
Mit der App “Forms” können Sie die Studierenden zum Beispiel Schwerpunktthemen wählen lassen, über Termine zur Prüfungsvorbereitung abstimmen lassen oder fachbezogene Schätzungen/Berechnungsergebnisse o.ä. im Vorfeld einer Lehrveranstaltung abgeben lassen. Im Gegensatz zu der App „Polls„, mit der ebenfalls Umfragen durchgeführt weden können, hat die App „Forms“ mehr Fragetypen und Funktionalitäten, die Umfrage kann vorab angelegt und dadurch besser geplant werden, und die Abgaben können nach Abschluss der Umfrage ausgewertet werden.
Studierende aktiv in Entscheidungen im Rahmen der Lehrveranstaltungen einzubeziehen, kann die Wahrnehmung von Selbstbestimmtheit und Mitsprache, und damit die Motivation und das Eigenverantwortungsgefühl fördern. Abstimmungsfragen tragen außerdem dazu bei, dass Ihr MS Teams-Team mit Aktivitäten gefüllt und dadurch von den Studierenden als Kommunikationskanal und Teamumgebung wahrgenommen wird.
Evaluation
Über eine Lehrevaluation erhalten Sie Einblick, wie Ihre Lehre bei den Studierenden ankommt. Ziel einer Lehrevaluation mit der App “Forms” kann zum Beispiel sein, Feedback zu bestimmten Lehrmethoden zu bekommen (z.B. Wirkung, Motivation, Selbst-/Fremdwahrnehmung), die Wirkung Ihres Lehrstils zu beleuchten (z.B. Geschwindigkeit, Nachvollziehbarkeit, Sprache, …) oder subjektive Lernschwierigkeiten der Studierenden sichtbar zu machen (z.B. über Lernzielabgleich, Schwierigkeitsgrad, Kenntnisstand). Eine regelmäßige Lehrevaluation ist ein wichtiger Baustein in der kontinuierlichen Weiterentwicklung einer Lehrveranstaltung. Die Perspektive der Studierenden muss vor dem Hintergrund Ihres Evaluationsziels und der Rahmenbedingungen kritisch reflektiert werden und kann dann wohlüberlegt Ihren persönlichen Lehrentwicklungszielen dienen. Infos zu Lehrevaluation (E-Book ab Seite 195; Inhalte nur im Hochschulnetz zugänglich)
Das können Sie jetzt tun:
1. Fügen Sie die App „Forms“ in Ihrem MS Teams-Team hinzu.
2. Legen Sie ein paar Beispiel-Fragen an, um die Fragetypen kennenzulernen.
3. Nun können sie abschätzen: Wofür könnten Sie die App „Forms“ in Ihrer Lehrveranstaltung nutzen?
Projekt- und Gruppenarbeiten organisieren
Um Studierende an gängige Praxis bei Teamarbeit und Projektmanagement heranzuführen, sollten Sie von Beginn an einen Kanal für regelmäßige Termine, Absprachen und Zwischenpräsentationen einführen. Diese Meetings können an die SCRUM-Meetings des agilen Projektmanagements angelehnt sein, mit je einem Meeting für Planung, Zielabgleich („Review“) und Feedback zur Zusammenarbeit („Retrospektive“). Mehr zu agilem Projektmanagement
Projektmanagement begleiten
Die App „Planner“ ist ein Aufgabenmanagement-Tool, mit dem Gruppen in einer Aufgabenübersicht ihre Arbeit organisieren und verfolgen können. Die App ermöglicht es, Aufgaben zu erstellen, Verantwortlichkeiten zuzuweisen, Fälligkeitstermine festzulegen und den Fortschritt visuell darzustellen.
Damit der Planner als Instrument für Projektmanagement bei Projektarbeiten aktiv genutzt wird, ist es essenziell, dass er regelmäßig benötigt wird. Besprechen Sie die Kärtchen im Planner am besten bei Zwischenmeetings mit den Studierenden und fragen Sie nach, wenn Informationen fehlen oder nachlässig hinterlegt sind. Eine Orientierung kann die Struktur des Stand-Up-Meeting aus dem agilen Arbeiten sein, bei der die drei Fragen behandelt werden: „Was habt ihr geschafft?“ „Was habt ihr als nächstes vor?“ „Wo gibt es Probleme und was braucht ihr?“ Infos zum Stand-Up-Meeting
Protokolle und Berichte erstellen in kollaborativen Dateien
Kollaborative Dateien sind gemeinsam nutzbare Dokumente, wie zum Beispiel Word-Dateien, die von mehreren Teammitgliedern gleichzeitig bearbeitet werden können. Änderungen werden in Echtzeit synchronisiert, wodurch eine nahtlose Zusammenarbeit möglich wird.
Dateien zusammen zu bearbeiten lohnt sich für Studierende bei Laborprotokollen, Hausarbeiten oder Projektberichten. Hier zwei Beispiele für Schreibmethoden, um die Anfangshürden zu meistern:
⭢ Ein guter Arbeitsmodus
Gemeinsam an Dateien zu arbeiten funktioniert gut, wenn alle sich auf einen Arbeitsmodus einigen. Klären Sie im Vorfeld, ob neuer Text über Kommentare oder im Änderungsmodus eingefügt wird, wer wann was macht (Rollen und Arbeitsphasen) und wie Textfeedback gegeben wird (z.B. mündlich, über die Kommentarfunktion oder den Änderungsmoodus). Machen Sie außerdme Vorgaben und Erwartungen transparent und stellen Sie Leitfäden, Formatvorgaben, Fristen und Ressourcen des Online Writing Lab der Ohm zur Verfügung. Regelmäßige synchrone Absprachen helfen Missverständnisse und Irritationen frühzeitig zu klären.
⭢ Schreibblockaden abbauen
Um einen Einstieg ins Schreiben zu finden hilft es, den Fokus auf das Thema zunächst zu lösen und für ca. 5 min einfach die aktuellen Gedanken aufzuschreiben. In einem kollaborativen Dokument können das alle zugleich machen und danach Ansatzpunkte für den „richtigen“ Text zusammentragen. Dieses Vorgehen nennt sich Freewriting. Infos zu Freewriting
Das können Sie jetzt tun:
1. Fügen Sie die App „Planner“ in Ihrem MS Teams-Team hinzu
2. Nutzen Sie die App für ein eigenes, kleines Projekt, um die Optionen und Möglichkeiten kennen zu lernen.
Lernergebnisse dokumentieren lassen
Die App “OneNote” ist ein digitales Notizbuch, in dem Gruppen synchron Informationen sammeln, strukturieren und gemeinsam bearbeiten können.
Im Teamformat „Kurs“ ist OneNote in drei Bereiche unterteilt: ein persönlicher Bereich für die Teilnehmenden (Bezeichnung in TEAMS: “Schülernotizbücher”), eine “Inhaltsbibliothek” für Lehrmaterialien und ein “Platz für die Zusammenarbeit”.
Arbeitsmappen erstellen lassen
Ein kontinuierlicher Lernprozess im Semesterverlauf kann unterstützt werden, indem die regelmäßige Dokumentation von Zwischenergebnissen eingefordert wird. In einer Arbeitsmappe in OneNote können die Studierenden über Notizen, Dateien, Bilder oder Weblinks die Arbeitsergebnisse von Praktika, die Teilschritte einer Projektarbeit oder die sukzessive gelösten Übungsaufgaben zu einem Seminar dokumentieren. Wenn die Dokumentation im persönlichen Bereich der “Schülernotizbücher” stattfindet, können nur Sie als Lehrperson die Inhalte einsehen und regelmäßig individuelles Feedback geben. Ein Beispiel, wie diese Art der “Portfolio-Arbeit” in Form einer persönlichen Arbeitsmappe als Leistungsdokumentation aussehen kann, finden Sie hier: Beispiel für ein Arbeitsportfolio
Lerninhalte sammeln und/oder reflektieren lassen
Wenn sich Studierende regelmäßig mit den Lerninhalten befassen, werden diese nachhaltiger verankert. Indem Sie regelmäßige Zeitpunkte definieren, zu denen Studierende Lerninhalte in OneNote darstellen bzw. mit diesen arbeiten (Elaboration), unterstützen Sie vertiefte Lernprozesse. Das Zusammenstellen und Arbeiten mit Lerninhalten kann im persönlichen Bereich der “Schülernotizbücher” stattfinden, oder es kann im Semesterverlauf im “Platz für Zusammenarbeit” ein gemeinsames Skript zum Seminar entstehen, an dem mehrere Studierende mitwirken. Ein Beispiel, wie diese Art der “Portfolio-Arbeit” als Self-Assessment (also die Selbstüberprüfung des eigenen Leistungsstandes) genutzt werden kann finden Sie hier: Beispiel für ein Reflexionsportfolio
Das können Sie jetzt tun:
1. Erstellen Sie eine Seite im OneNote-Kursnotizbuch Ihres Test-Teams.
2. Überlegen Sie, welche Inhalte Ihre Studierenden gut in OneNote dokumentieren können. Ist OneNote für Ihr Anliegen geeignet?
Tipp für Hochschulangehörige
Sie haben jetzt bereits ein Team in MS Teams angelegt und dort mit den Apps „Whiteboard“, „Forms“ und „Planner“ sowie dem Kursnotizbuch experimentiert.
Treten Sie nun unserer hochschulinternen MS Teams-Community bei, um den kollegialen Austausch zu stärken, noch mehr Lehrmethodenn für MS Teams kennen zu lernen und Ihre Fähigkeiten zu erproben. Um Mitglied zu werden, schreiben Sie eine kurze Mail an leko@th-nuernberg.de
Das war’s – Kommen Sie bei Fragen zur Community oder dazu, wie Sie MS Teams gut für Ihre didaktischen Anliegen nutzen können, gerne auf uns zu!
Haben Sie noch 5 Minuten?
In ihrem Praxisbeispiel schildert Frau Grönn, wie sie MS Teams für die Zusammenarbeit mit ihren Studierenden genutzt hat.
Der Beitrag wurde veröffentlicht im Januar 2026.

