Microsoft Teams kann in der Hochschullehre als vielseitiges Werkzeug eingesetzt werden, das sowohl synchrone als auch asynchrone Lehrformate unterstützt. Es ermöglicht nicht nur eine einfache Kommunikation mit Studierenden via Chat, sondern auch die strukturierte Organisation von Materialien, Gruppenarbeiten und interaktiven Elementen wie Whiteboards oder eine Unterstützung beim Projektmanagement. Diese Anleitung zeigt Schritt für Schritt, wie Sie als Lehrende:r ein MS Teams Team für Ihre Lehrveranstaltung einrichten und didaktisch sinnvoll nutzen können.
Ein Team für die Lehrveranstaltung erstellen
Der erste Schritt besteht darin, ein neues Team für Ihre Lehrveranstaltung anzulegen. Öffnen Sie dazu Microsoft Teams – entweder über die Desktop-App oder im Browser – und navigieren Sie in der linken Seitenleiste zum Bereich „Teams“. Dort finden Sie oben rechts direkt neben den drei Punkten „…“ das Icon „Neue Elemente“. Wählen Sie im DropDown „Neues Team“ und anschließend den Typ „Sonstige“ (je nach Version von MS Teams können die Icons und Beschriftungen abweichend ausfallen).

Geben Sie dem Team einen klaren, wiedererkennbaren Namen, zum Beispiel „Kommunikation in der Sozialen Arbeit – WS25/26“. Eine kurze Beschreibung kann zusätzlich helfen, das Team eindeutig zuzuordnen, insbesondere wenn Sie mehrere Veranstaltungen betreuen. Wenn Sie hier die selbe Beschreibung wie im Modulhandbuch nutzen, erzeugen Sie zugleich einen Wiedererkennungseffekt.
Einstellungen anpassen
Bevor Sie Teilnehmende in Ihr Team einladen oder hinzufügen, werfen Sie noch einen Blick auf die Berechtigungen, um beispielsweise festzulegen, wer Nachrichten, Apps und Kanäle anlegen, bearbeiten und löschen darf. Wählen Sie dazu die drei Punkte „…“ neben dem Namen des Teams und dann „Team verwalten“. Neben „Kanäle“ und „Mitglieder“ erscheint auch der Tab „Einstellungen“. Wenn Sie diesen Tab anwählen, können Sie im Abschnitt „Mitgliederberechtigungen“ prüfen, ob die Einstellungen für Sie passen oder noch geändert werden müssen.

Teilnehmende hinzufügen – effizient und unkompliziert
Um Studierende in das Team einzuladen, empfiehlt sich die Nutzung eines Teamcodes. Dieser kann im Team unter „…” > Team verwalten > Einstellungen > Teamcode“ generiert werden. Der Vorteil: Sie müssen nicht jede Person manuell hinzufügen. Stattdessen können Sie den Code über Ihre Lernplattform (z. B. Moodle) oder per E-Mail verteilen, und die Studierenden treten dem Team selbstständig bei.
Diese Methode spart nicht nur Zeit, sondern fördert auch die Eigenverantwortung der Studierenden. Achten Sie darauf, den Code nur an berechtigte Personen weiterzugeben, da er den Zugang zum Team ermöglicht. Sie können Teilnehmende auch nachträglich entfernen, indem Sie auf das „x” neben dem Namen klicken.
Struktur durch Kanäle – Zusammenarbeit organisieren
Innerhalb eines Teams können Sie sogenannte Kanäle anlegen, die wie thematische Räume funktionieren. Der Standardkanal Allgemein eignet sich für Ankündigungen, organisatorische Hinweise oder allgemeine Diskussionen. Darüber hinaus können Sie weitere Kanäle für spezifische Themen oder Arbeitsgruppen einrichten.
Für Gruppenarbeiten sind private Kanäle besonders hilfreich. Diese sind nur für die jeweilige Gruppe und die Lehrperson sichtbar. So können Studierende ungestört zusammenarbeiten, Dateien teilen und sich austauschen, ohne dass andere Gruppen Einblick haben. Um einen privaten Kanal zu erstellen, wählen Sie die drei Punkte „…“ neben dem Namen des Teams und dann „Kanal hinzufügen“, geben einen passenden Namen ein (z. B. „Gruppe 1 – Fallanalyse“) und stellen den Kanaltyp auf „Privat“. Anschließend fügen Sie die Mitglieder der Gruppe hinzu.
Didaktisch gesehen fördern private Kanäle die Eigenverantwortung und das kollaborative Arbeiten. Als Lehrperson können Sie sich bewusst zurücknehmen und nur bei Bedarf moderierend oder beratend eingreifen.
Whiteboards als kollaborative Werkzeuge
Ein besonders nützliches Feature in Teams ist das integrierte Whiteboard. Es lässt sich direkt in einer Besprechung starten und eignet sich für Brainstormings, Mindmaps oder die Visualisierung von Argumentationsstrukturen. Jede Gruppe kann in ihrem privaten Kanal eine eigene Besprechung starten und dort ein Whiteboard nutzen, das auch nach der Sitzung erhalten bleibt und weiterbearbeitet werden kann.
Diese Funktion unterstützt kreative und visuelle Lernprozesse und ermöglicht es den Studierenden, gemeinsam Ideen zu entwickeln und festzuhalten – ganz ohne zusätzliche Tools.
Die Rolle der Lehrperson im Team
Als Lehrende:r nehmen Sie im Team verschiedene Rollen ein. Sie sind Moderator:in, der oder die Diskussionen strukturiert und Impulse gibt. Gleichzeitig agieren Sie als Coach, der oder die Gruppen begleitet, ohne sie zu dominieren. Sie handeln als Koordinator:in und stellen Materialien bereit, setzen Fristen und behalten den Überblick über die Aktivitäten im Team.
Ein bewährtes Mittel zur Kommunikation sind Ankündigungen im allgemeinen Kanal, die Sie mit Formatierungen und @Erwähnungen gezielt sichtbar machen können. So erreichen Sie alle oder einzelne Studierende direkt und vermeiden Informationsverluste.
Auch das Beobachten der Gruppenprozesse gehört zu Ihrer Rolle. Private Kanäle ermöglichen es Ihnen, Einblick in die Zusammenarbeit zu nehmen und bei Bedarf Feedback zu geben – sei es schriftlich im Chat, mündlich in einer Besprechung oder visuell über das Whiteboard.
Weitere Tipps für den erfolgreichen Einsatz
– Dateien strukturieren: Nutzen Sie die Dateiablage in jedem Kanal, um Materialien thematisch zu sortieren.
– Besprechungen planen: Über „Eine Besprechung planen“ können Sie regelmäßige Termine für Sprechstunden oder Gruppentreffen einrichten.
– Feedback geben: Verwenden Sie die verschiedenen Funktionalitäten (Chat, Whiteboard, Datei-Kommentare), um individuelles oder gruppenbezogenes Feedback zu geben.
Fazit
Mit einer durchdachten Struktur, klaren Kommunikationswegen und gezieltem Einsatz von Tools wie Whiteboards oder privaten Kanälen können Sie eine lernförderliche Umgebung schaffen, die sowohl Selbstorganisation als auch Zusammenarbeit stärkt. Entscheidend ist dabei Ihre Rolle als unterstützende, strukturierende und beobachtende Lehrperson, die den Rahmen vorgibt, aber den Studierenden Raum zur Entfaltung und Selbstorganisation lässt.
Der Beitrag wurde veröffentlicht im Januar 2026 und zuletzt aktualisiert im Februar 2026.
