Die Dokumentation der praktischen wissenschaftlichen Arbeit ist essentiell für die Ingenieurstätigkeit. Dabei haben sich formale Standards etabliert, die das Schreiben und Lesen solcher Dokumente erleichtern. Im Studium werden diese Standards eingeführt, eingeübt und überprüft.
Praktikumsberichte sollen relevante Sachverhalte klar, verständlich und nachvollziehbar darstellen. Sie sind logisch gegliedert, konzentrieren sich auf das Wesentliche und vermeiden Abschweifungen. Die Sprache ist prägnant, nüchtern, präzise und auf ein Fachpublikum ausgerichtet. So ermöglichen sie der Leserschaft, Inhalte und Ergebnisse eindeutig nachzuvollziehen.
Als erste Bausteine wissenschaftlichen Schreibens bereiten Praktikumsberichte auf umfangreichere Formen wissenschaftlicher Dokumentation vor – im Studium vor allem auf die Abschlussarbeit.
Kernelemente jeder experimentellen Arbeit sind die Versuche: ihre Durchführung, die erzielten Ergebnisse und deren Auswertung und Diskussion. Ergänzt werden sie durch eine Einleitung mit Zielsetzung sowie eine abschließende Zusammenfassung. In Praktikumsberichten fallen Einleitung und Fazit meist knapper aus, während die Experimente eher ausführlicher beschrieben werden.
Die theoretische Grundlagen bilden die Basis für Versuchsplanung, Ergebnisinterpretation und Diskussion. Für Praktikumsberichte sollte jeweils vorab geklärt werden, ob theoretische Hintergründe aufgenommen werden sollen oder ob sie entfallen können.
- Deckblatt
- Inhaltverzeichnis
- 1. Aufgabenstellung mit Zielsetzung
- 2. Grundlagen – optional
- 3. Experimentelles
- 3.1 Verwendete Geräte
- 3.2 Verwendete Stoffe
- 3.3 Durchgeführte Experimente
- 4. Ergebnisse
- 5. Diskussion
- 6. Zusammenfassung
- Anhang (A1 ff.): Literaturverzeichnis (falls Literatur zitiert wurde), und andere Anhänge (optional)
Weitere Verzeichnisse (Abbildungen, Abkürzungen, Gleichungen etc.) sind in Praktikumsberichten meist nicht erforderlich. Sie können aber aufgenommen werden, wenn sie der Lesbarkeit dienen, z. B. bei einer größeren Zahl verwendeter Abkürzungen.
Auf dem Deckblatt stehen der Titel des Praktikums sowie der Titel des jeweiligen Versuchs. Außerdem werden das Versuchsdatum und das Abgabedatum des Berichts angegeben. Neben der betreuenden Person am Gerät sind alle beteiligten Gruppenmitglieder sowie die Gruppennummer aufzuführen. Für den Inhalt des Berichts tragen alle Gruppenmitglieder gemeinsam die Verantwortung..

Im Kapitel „Aufgabenstellung mit Zielsetzung“ wird knapp dargestellt, welche Aufgaben im Praktikum bearbeitet wurden und aus welchem Grund.
Das optionale Kapitel „Grundlagen“ beschreibt die theoretische Basis, die zum Verständnis der Ergebnisse und der anschließenden Diskussion erforderlich ist. In späteren Kapiteln – insbesondere in der Diskussion – wird auf diese Inhalte Bezug genommen.
Im Kapitel „Experimentelles“ sind unter „Verwendete Geräte“ und „Verwendete Stoffe“ alle eingesetzten Geräte und Stoffe eindeutig aufzuführen. Zu jedem Gerät und jedem Stoff gehören die genaue Bezeichnung, gegebenenfalls Handelsname und Hersteller. Bei Stoffen sollten zudem relevante Kennwerte angegeben werden, sofern sie die Versuchsergebnisse beeinflussen können. Diese Angaben sichern die Nachvollziehbarkeit des Vorgehens: Die Lesenden sollen das Experiment grundsätzlich unter identischen Bedingungen reproduzieren können.
In den folgenden Kapiteln werden die durchgeführten Experimente nachvollziehbar beschrieben. Dazu gehört zum einen die Darstellung des Vorgehens, einschließlich aller relevanten Angaben wie verwendete Mengen. Zum anderen müssen die Beobachtungen festgehalten werden – etwa Farb- oder Geruchsveränderungen, Temperaturänderungen, Änderungen des Aggregatzustands oder sichtbare Verformungen.
Die Durchführung und die Beobachtungen können entweder nacheinander in getrennten Abschnitten oder zusammengefasst beschrieben werden.
Das Kapitel Ergebnisse dient der neutralen, unbewerteten Darstellung der Ergebnisse. Achte bei der Angabe der Ergebnisse auf die korrekten Maßeinheiten. Formeln, die zur Berechnung genutzt wurden, sind anzugeben. Für statistisch auswertbare Ergebnisse muss mindestens die Standardabweichung angegeben werden.
Eine Bewertung der Ergebnisse erfolgt in der Regel erst im Kapitel Diskussion. In manchen Fällen erleichtert es die Lesbarkeit, wenn die Begründung aufeinander aufbauender Versuche bereits im Ergebnisteil erläutert wird. In solchen Fällen kann eine gemeisnsame Darstellung sinnvoll sein; die Kapitel „Ergebnisse“ und „Diskussion“ lassen sich dann zu einem Kapitel „Ergebnisse und Diskussion“ zusammenführen. Ob eine integrierte oder eine getrennte Darstellung angemessen ist, kann die Betreuungsperson des Versuchs vorgeben.
Weitere Informationen zu den Texteilen „Zusammenfassung, Fazit und Ausblick“ findest du hier.
Fester Bestandteil jeder wissenschaftlichen Arbeit ist ein Literaturverzeichnis. Bei Praktikumsberichten kann es entfallen, wenn zur Versuchsdurchführung und -auswertung neben dem Skript keine weitere Literatur verwendet wurde. Sobald jedoch weitere Quellen herangezogen werden, sind diese wie in jeder wissenschaftlichen Arbeit eindeutig zu zitieren und vollständig im Literaturverzeichnis nachzuweisen.
Weitere Anhänge sind in den meisten Praktikumsberichten nicht notwendig.
Wie bei allen wissenschaftlichen Arbeiten sind die formalen Grundregeln einzuhalten: Orthografie und Grammatik müssen korrekt sein, der Stil nüchtern, fachlich und klar. Die Darstellung soll knapp, aber nachvollziehbar bleiben – sachlich, belegt, neutral, präzise und eindeutig. Formulierungen aus der Ich- oder Wir-Perspektive sind zu vermeiden; der Bericht wird grundsätzlich aus einer neutralen, fachlichen Perspektive verfasst.

Die Sprache soll alle Geschlechter gleichermaßen wertschätzend einbeziehen, nicht nur binäre. Verwende passende, gut verständliche Begriffe und verzichte möglichst auf unnötige Fremdwörter. Abkürzungen, wie „Abb.“, „S.“ etc., stören häufig Lesefluss und sollten vermieden werden. Lässt sich eine Abkürzung nicht umgehen und ist sie nicht trivial, muss sie beim ersten Auftreten erklärt werden, bevor sie im weiteren Text verwendet wird. Allgemein geläufige Abkürzungen, wie „z. B.“, „bspw.“, „usw.“, „GmbH“, benötigen keine Erklärung.
Die Inhalte können fortlaufend im Text dargestellt werden oder – wo es der Übersichtlichkeit dient – in Form von Tabellen oder Aufzählungen.
Grundsätzlich können in einem Praktikumsbericht alle Zeitformen werden. Wichtig ist, dass sie zur jeweiligen Aussage passen. Die Durchführung des Praktikums liegt in der Regel in der Vergangenheit und wird deshalb meist im Präteritum beschrieben. Allgemeingültige Aussagen, fachliche Grundlagen oder Inhalte, die aus Sicht der Leserschaft in der Gegenwart oder Zukunft liegen, werden im Präsens formuliert.
Bei Zitaten muss immer ein Beleg anzeigen, woher das Zitat stammt. Empfohlen wird als Kurzverweis eine Ziffer in eckigen Klammern. Im Literaturverzeichnis erfordern unterschiedliche Literaturtypen auch unterschiedliche Angaben.
Maßeinheiten sind entsprechend der SI-Standards anzugeben und durch umbruchgeschützte Leerzeichen von der Maßzahl zu trennen. Dezimalstellen werden im Deutschen durch Verwendung eines Kommas kenntlich gemacht, nicht durch einen Punkt. Die vollständige und richtige Angabe von Einheiten ist wichtig.
Tabellen benötigen vollständig selbsterklärende Überschriften, Bilder und Diagramme entsprechende Unterschriften. Das bedeutet auch, dass Bilder oder Diagramme keine zusätzlichen Überschriften haben.
Alle Abbildungen und Tabellen müssen zusammen mit der Unter- oder Überschrift verständlich und nummeriert sein. Du solltest im Text auf alle Abbildungen, Tabellen und Formeln eingehen, die du im Bericht anbringst, und es darf nicht innerhalb von Abbildungen oder Formeln zu einem Seitenumbruch kommen.
Du kannst Tabellen aufteilen und auf der nächsten Seite mit derselben Nummerierung und Überschrift fortsetzen, wenn du die Überschrift auf der Folgeseite um „(Fortsetzung)“ ergänzt. Diese Tabellenfortsetzung benötig eine Wiederholung der Spaltenbezeichnungen. Koordinatenachsen und Spaltenköpfe tragen Beschriftungen und gegebenenfalls Einheiten.
Welches Datum ist auf dem Deckblatt des Berichts anzugeben?
Das Versuchsdatum und das Datum der Abgabe des Berichts.
Wie soll die Sprache in den Berichten gestaltet sein?
Die Sprache soll sachlich, präzise und neutral sein.
Der Artikel wurde veröffentlicht im Oktober 2024 und zuletzt aktualisiert im Oktober 2024.










