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Didaktischer Leitfaden 6 - Lehrformen und Lehrkonzepte

Didaktischer Leitfaden 6 – Lehrformen und Lehrkonzepte

    Was Sie hier lernen

    Sie erfahren, was Lehrformen sind und wie die Wahl bzw. die Ausgestaltung mit Lehrkonzepten Ihrer Lehre Struktur geben kann. Am Ende des Artikels können Sie mithilfe der Lehrform und der Komplexitätsstufen Ihrer Lernziele ein für Sie passendes Lehrkonzept auswählen.

    Inhaltsverzeichnis zu diesem Artikel

    Diese Informationen unterstützen Sie in diesem Artikel
    So viele Begriffe…?
    Arten von Lehrformen
    Für TH Angehörige
    Lehrkonzept – zwischen Lehrform und Lehrmethode
    Die Wahl der Lehrkonzepte
    Das können Sie jetzt tun!
    Haben Sie noch 5 Minuten?
    So geht es weiter
    Quellen

    Diese Informationen unterstützen Sie in diesem Artikel

    • Die Information zur Lehrform aus dem Modulhandbuch, ggf. notiert in der Tabelle der „Rahmenbedingungen“.
    • Ihre definierten Lernziele und deren Komplexitätsstufen.

    So viele Begriffe…?

    Die Begriffe Lehrform, Lehr-Lern-Form bzw. -Format sowie Lehrformat werden häufig synonym verwendet. In diesem Artikel verwenden wir Lehrform als stellvertretenden Begriff.

    Auch Konzepte und Methoden wie beispielsweise „Inverted Classroom“ werden öfter den Lehrformen zugeschrieben. Die Trennungen sind hierbei unscharf. Viel wichtiger ist jedoch, dass die Lehrformen und die Konzepte sich auf die Veranstaltungsform über ein Semester hinweg beziehen. In Abgrenzung dazu stehen die Methoden für Lernaktivitäten innerhalb einer einzelnen Veranstaltung. Sie behandeln das „Wie vermittle ich Kompetenzen und Inhalte?“.

    Während die Lehrform oftmals durch das Modul vorgegeben ist, können Sie das Konzept selbst wählen.

    Arten von Lehrformen

    Damit die Lehrform das Erreichen der Lernziele gewährleistet, ist eine Abstimmung der Lehrform auf die Lernziele und Inhalte unerlässlich. Dennoch fließen Faktoren wie die Räumlichkeiten, die Dauer der Veranstaltungen und die Gruppengröße ebenfalls mit ein.

    Lehrformen kann man unterscheiden in:

    Klassische Formen

    • Vorlesung,
    • Seminar,
    • seminaristischer Unterricht (Vorlesungen mit Seminarinhalten bzw. Anreicherung mit aktivierenden Methoden),
    • Übung,
    • Praktikum,
    • Projektseminar/Projektarbeit

    Weitere Lehrformen

    Sprachlernveranstaltungen, Begleitseminare, Abschlussarbeiten, Exkursionen/Hospitationen, Praxisseminare, Projektveranstaltungen, Konsultationen, Tutorien (studentische Lehrform), E-Learnings.

    Jede Lehrform bringt bestimmte Möglichkeiten der methodischen Ausgestaltung mit sich. Beispielsweise kann man bei einem Praktikum von kleinen Gruppen, Praxisbezug und aktivem Lernen ausgehen, wobei sich eine Vorlesung in der Regel an große Gruppen richtet und einen höheren Anteil an Inputphasen hat.

    Eine Liste mit kurzen Beschreibungen zu bekannten Lehrformen finden Sie hier bei der Universität Rostock.

    Einige Lehrformen können Sie auch online abhalten. So muss eine klassische Vorlesung nicht zwangsläufig in Präsenz stattfinden.  Berücksichtigen Sie diese digitalen Möglichkeiten vor dem Hintergrund Ihrer Lernziele bei der Wahl eines Lehrkonzepts und der Methoden.

    Für TH Angehörige

    Michael Schneider und Maida Mustafic stellen als Herausgebende im Buch Gute Hochschullehre: Eine evidenzbasierte Orientierungshilfe (Aus dem Hochschulnetz erreichbar) evidenzbasierte Tipps zusammen. Sie gehen auf die Formate Vorlesung (ab Seite 13), Seminar (ab Seite 39) und Projektseminar (ab Seite 63) ein, außerdem auf Powerpoint-Präsentationen (ab Seite 89) und Prüfungen (ab Seite 119).

    Lehrkonzept – zwischen Lehrform und Lehrmethode

    Eine Zwischenform von Lehrformen und Methoden bilden die Lehrkonzepte. Oftmals werden die Lehrkonzepte auch als Methoden bezeichnet. Anders als Methoden, die sich auf eine einzelne Veranstaltung beziehen, bilden Lehrkonzepte einen Rahmen für das ganze Semester. Ein Konzept, wie beispielsweise Inverted Classroom, können Sie teilweise mit einer Lehrform kombinieren und somit die Lernergebnisse verbessern, da die Lernphasen besser genutzt werden.

    Die Wahl der Lehrkonzepte

    Die Lehrformen und Konzepte ermöglichen einen unterschiedlichen Einsatz von Methoden und Medien. Im Rahmen des Constructive Aligment sollte deshalb die Ausgestaltung der Lehrform durch die Lehrkonzepte in Abhängigkeit zu den Lernzielen gewählt werden.

    In der folgenden Tabelle finden Sie Vorschläge zu möglichen Kombinationen von Lehrkonzepten mit Lehrformen und Lernzielen. Informationen zu den einzelnen Lehrkonzepten finden Sie im Anschluss an die Tabelle.

    Lehrform
    (Modulhandbuch)
    Lernziel
    (Empfohlene Komplexitätsstufe*)
    Mögliche Kombination
    mit (Lehr-)Konzepten
    Typische Gruppengröße
    VorlesungErinnern, VerstehenInverted Classroom,
    Blended Learning,
    Hybride Lehre
    60 – 200
    Seminaristischer UnterrichtErinnern, Verstehen,
    Anwenden, Analysieren
    Evaluieren
    Inverted Classroom,
    Blended Learning,
    Hybride Lehre,
    Problembasiertes Lernen
    60 – 200
    SeminarErinnern, Verstehen,
    Anwenden, Analysieren
    Evaluieren
    Inverted Classroom,
    Blended Learning,
    Hybride Lehre,
    Problembasiertes Lernen
    15 – 30
    ÜbungErinnern, Verstehen,
    Anwenden, Analysieren
    Inverted Classroom,
    Blended Learning,
    Hybride Lehre,
    Problembasiertes Lernen
    10 – 20
    PraktikumAnwenden, Analysieren-/-ca. 4
    PraktikumEvaluieren, KreierenProblembasiertes Lernen,
    Projektbasiertes Lernen
    ca. 4
    ProjektarbeitEvaluieren, KreierenProblembasiertes Lernen,
    Projektbasiertes Lernen,
    Forschendes Lernen
    ca. 4
    Eine alternative Untergliederung finden Sie hier bei der Universität Bremen.

    Hinweis:

    Falls die Komplexitätsstufen, die Sie im Artikel „Lernziele“ definiert haben, nicht zu der aus dem Modulhandbuch vorgegebenen Lehrform passen, haben Sie folgende Möglichkeiten:

    1. Sie passen die Anforderungen oder Ziele, die Sie an die Veranstaltung haben, an und formulieren entsprechende neue Lernziele.
    2. Sie sprechen mit der für das Modul verantwortlichen Person.

    Umgekehrte Pyramide mit den verschiedenen Komplexitätsstufen
    *

    Hier finden Sie Informationen zu den einzelnen Lehrkonzepten:

    Das können Sie jetzt tun!

    Überlegen Sie sich, ob Sie die Lehrform aus dem Modulhandbuch mit einem Lehrkonzept ausgestalten möchten. Nehmen Sie die Tabelle in diesem Artikel als Anlass die Lehrkonzepte kennen und einschätzen zu lernen. Hierfür können Sie die Lernziele und Komplexitätsstufen aus dem Dokument „PDL_Leitfaden_02_Lernziele“ zu Rate ziehen. Notieren Sie Ihre Lehrform und ggf. Ihr gewähltes Lehrkonzept im Dokument „PDL_Leitfaden_03_Lerninhalte“ (Tabelle Nr. 2 „Inhalte auf Semesterebene“).

    Tipp
    Welches Lehrkonzept eignet sich am besten, um das Lernziel zu erreichen? Je mehr Realitätsbezüge Sie schaffen können, Studierende ins Handeln kommen und zusammenarbeiten, desto höher sind die Motivation und die Lernerfolge. Bedenken Sie dies auch später, bei der Wahl der Methoden.

    Haben Sie noch 5 Minuten?

    Haben Sie bereits Erfahrungen mit den hier vorgestellten Lehrformen und -konzepten in einer vorangegangenen Tätigkeit, einem Studium oder einer Weiterbildung gemacht? Welche Methoden und Lernaktivitäten sind Ihnen als lernförderlich in Erinnerung geblieben?

    So geht es weiter

    Im folgenden Artikel lernen Sie die Phasen einer einzelnen Lehrveranstaltung kennen und setzen diese in Verbindung zu den Methoden. Zudem stellen wir Ihnen ausgewählte Methoden passend zu den Lehrkonzepten vor.


    Quellen

    Hochschulrektorenkonferenz (HRK), nexus impulse für die Praxis, Nr. 2: Lernergebnisse praktisch formulieren, https://www.hrk-nexus.de/fileadmin/redaktion/hrk-nexus/07-Downloads/07-02-Publikationen/nexus-Impuls-2-Lernergebnisse.pdf (15.07.2022, 11:42 Uhr)

    Kerres, Michael (2018), Mediendidaktik – Konzeption und Entwicklung digitaler Lernangebote, 5. Auflage, De Gruyter Oldenbourg

    TUM, Lehrformate, https://www.tum.de/studium/lehre/didaktik/lehre-gestalten/lehrformate (10.08.2022, 11:20 Uhr)

    Ulrich, I. (2020), Gute Lehre in der Hochschule – Praxistipps zur Planung und Gestaltung von Lehrveranstaltungen, 2. Auflage, Wiesbaden, Springer – https://doi.org/10.1007/978-3-658-31070-7

    Der Beitrag wurde veröffentlicht im September 2022 und zuletzt aktualisiert im Juli 2026.

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