- Welche Inhalte eignen sich für die Selbstlernphase?
- Wie nutze ich Lehrvideos zur Vorbereitung auf die Lehrveranstaltung?
- Wofür kann ich die gewonnene Präsenzzeit nutzen?
In diesem Praxisbeispiel erfahren Sie, wie Sie die Inverted Classroom Methode für die Auslagerung der Wissensdarbietung nutzen und dadurch den Fokus der Präsenzphase auf Übungen, Anwendungen und Klären von Fragen legen können. Dabei wird Moodle als Plattform für die Bereitstellung von Inhalten und Übungsaufgaben verwendet.
„Man muss es einfach mal ausprobieren.“
Prof. Dr. Felix Streitferdt
In Vorlesungen ist es schwer, Wissensdarbietung und Anwendung unter einen Hut zu bringen. Oft fehlt die Zeit, die Gruppen sind zu groß oder der Stoff zu umfangreich. Auch der Kontakt mit den Studierenden kommt häufig zu kurz.
Was ist Inverted Classroom?
Bei Inverted Classroom bereiten sich Studierende selbständig auf die Vorlesung vor, mit bereitgestellten, angemessenen Lernmaterialien. Sie nutzen z.B. Internetseiten, Skripte oder Lehrvideos, um sich Themen zu erarbeiten und wenden diese in passenden Übungsaufgaben bzw. Arbeitsaufträgen an.
Die Präsenzzeit wird je nach Bedarf und Gruppe flexibel gestaltet. Dabei stehen Anwenden, Üben, das Klären von Fragen und die Vertiefung von Inhalten im Vordergrund. Die Aktivität der Studierenden sowie die Interaktion mit der Lehrperson sind essenziell. Die Lehrperson gibt den Studierenden direkt und indirekt Rückmeldung zu ihrem Kenntnisstand und gibt dadurch Orientierung im Semesterverlauf.
Wie sieht das in der Praxis aus?

In seiner Mathematik-Vorlesung stellt Prof. Streitferdt wöchentlich über Moodle einen Foliensatz sowie Übungsaufgaben bereit, die die Studierenden durcharbeiten sollen. Ihre Lösungswege und Ergebnisse können die Studierenden im Moodlekurs hochladen. So kann Prof. Streitferdt vor der Präsenzveranstaltung einen Einblick erhalten, was die Studierenden schon sicher anwenden und wo häufig Fehler und Probleme auftreten. In der Präsenzveranstaltung geht er auf diese Schwierigkeiten ein, es wird gemeinsam geübt und offene Fragen werden geklärt. Dieses Konzept kommt auch bei den Studierenden gut an: „[weil man,] während man die Stunden vorbereitet hat, auch einfach gemerkt hat, wo sind die Schwächen? Und man konnte ihn wirklich fragen. Und er ist auch drauf eingegangen.“*
Inverted Classroom ist nicht das einzige Projekt, mit dem Prof. Streitferdt seine Lehre belebt. Was er über die Methode denkt und was er sonst noch macht, das erfahren Sie im beigefügten Ausschnitt eines Videointerviews.
…und so findet man zu einer neuen Methode für die eigene Lehre
Bei einer Tagung wurde Prof. Streitferdt auf die Methode Inverted Classroom aufmerksam. Seither setzt er diese in seiner Mathematikvorlesung ein. Der Erfolg zeigt sich in den gesunkenen Durchfallquoten ebenso wie in den Rückmeldungen der Studierenden: „Das hat mir von der Struktur her richtig gut gefallen.“
Wie Prof. Streitferdt Inverted Classroom als Lösung für seine Mathematikvorlesung entdeckte und realisierte, erfahren Sie in folgendem Videointerview:
*Quelle: Interviewstudie im Sommer 2018 zur Wahrnehmung der Methode Inverted Classroom durch Studierende
Der Beitrag wurde veröffentlicht im August 2026.

