LeKo

Mehr Erfolg im Studium, weniger Abbrüche: 3 Tools für Ihre Lehre

Mehr Erfolg im Studium, weniger Abbrüche: 3 Tools für Ihre Lehre

    Der Übergang von der Schule zur Hochschule überfordert viele Erstsemester in Sachen Selbstorganisation. Ein Praxisbeispiel aus unserer Fakultät Verfahrenstechnik zeigt, dass gezielter Support hier die Rettung sein kann: Durch die Verankerung des Moduls „Lernen lernen“ im ersten Semester konnte die Abbruchquote stark gesenkt werden.

    Die Studierenden bewerteten dabei drei konkrete Lerntechniken als besonders hilfreich. Hier ist ein kompakter Überblick wie Sie diese Tools an Ihre Studierenden weitergeben können:

    1. Pomodoro-Technik: Fokus-Phasen etablieren

    Worum geht’s?

    Gesteuertes Zeitmanagement gegen Prokrastination. Die Idee hinter der Pomodoro-Technik ist die Unterteilung der Lernzeit in hochfokussierte 25-Minuten-Intervalle, um die mentale Hürde beim Einstieg in komplexe Aufgaben zu senken. Nach jeder Phase folgt eine kurze, feste Pause, die dem Gehirn die nötige Regeneration für die nächste Konzentrationsrunde gibt.

    Das Prinzip

    • 1. Fokus-Block: Die Studierenden wählen eine konkrete Aufgabe aus und arbeiten 25 Minuten lang mit maximaler Konzentration daran ohne Ablenkung durch Smartphone.
    • 2. Kurzpause: Nach Ablauf der Zeit folgt eine zwingende 5-minütige Pause zum Durchatmen und Bewegen (bewusst ohne Social Media).
    • 3. Zyklus & Langzeitpause: Dieser Ablauf wird viermal wiederholt. Nach vier Runden folgt eine längere Regenerationsphase von 15–30 Minuten.

    Tipp für Ihre Lehre

    Empfehlen Sie die Technik für die selbstorganisierte Lernzeit oder bauen Sie testweise eine „Pomodoro-Session“ in eine Übung oder ein Seminar ein, um den Studierenden den Einstieg zu erleichtern.

    2. Eisenhower-Matrix: Relevanz von Aufgaben verstehen

    Worum geht’s?

    Priorisierung von To-Dos nach Wichtigkeit und Dringlichkeit.

    Das Prinzip

    Aufgaben werden in vier Quadranten aufgeteilt:

    1. 1. Wichtig & Dringend (Sofort erledigen)
    2. 2. Wichtig, nicht dringend (Terminieren & Planen)
    3. 3. Dringend, nicht wichtig (Delegieren & schnell erledigen)
    4. 4. Weder wichtig noch dringend (Eliminieren & Minimieren)

    Tipp für Ihre Lehre

    Studierende neigen dazu, Aufgaben erst anzugehen, wenn sie akut dringend sind. Nutzen Sie die Matrix visuell in Ihren Veranstaltungen, um z. B. Semesterarbeiten einzuordnen und den Fokus rechtzeitig auf Quadrant 2 (langfristiges Vorbereiten) zu lenken.

    Grafische Darstellung der Eisenhower-Matrix zur Priorisierung von Aufgaben nach Wichtigkeit und Dringlichkeit mit vier Handlungsfeldern: erledigen, planen, delegieren und eliminieren.
    Abb.: Die Eisenhower-Matrix in der Übersicht. Quelle: Erstellt mit Canva und KI-unterstützend

    3. Lernportfolio: Reflektiertes Lernen fördern

    Worum geht’s?

    Begleitung des eigenen Lernprozesses statt reinem Bulimie-Lernen.

    Das Prinzip

    Die Studierenden dokumentieren regelmäßig ihre Lernfortschritte, formulieren Lernziele, reflektieren ihr Verständnis und überprüfen die Wirksamkeit ihrer Lernstrategien.

    Typische Reflexionsfragen

    • Wie kann ich das Gelernte in eigenen Worten wiedergeben?
    • Welche Inhalte sind für mich besonders wichtig und warum?
    • Wofür kann ich die heutigen Lerninhalte nutzen?
    • Welche Inhalte habe ich noch nicht vollständig verstanden?
    • Wie und wann möchte ich das Gelernte anwenden?
    • Was ist mein nächstes konkretes Lernziel?

    Tipp für ihre Lehre

    Das Lernportfolio eignet sich hervorragend als alternative, kompetenzorientierte Prüfungsleistung. Es fördert Selbstreflexion, selbstreguliertes Lernen und die eigenständige Auswahl geeigneter Lernmethoden und digitaler Werkzeuge.Lassen Sie Studierende am Ende jeder Vorlesung drei kurze Fragen beantworten:

    1. 1. Was habe ich heute gelernt?
    2. 2. Was habe ich noch nicht vollständig verstanden?
    3. 3. Was werde ich bis zur nächsten Sitzung konkret umsetzen?

    Quellen

    • Nückles, M. & Renkl, A. (2010). Das Lerntagebuch in der Hochschullehre: Ein hoch-schuldidaktischer Ansatz zur Förderung selbstgesteuerten Lernens. In C. Spiel, R. Reimann, B. Schober & P. Wagner (Hrsg.), Bildungspsychologie (S. 319-323). Göttingen: Hogrefe.
    • Bischof, Klaus Dr. / Bischof, Anita / Müller, Horst (20236): Das Eisenhower-Prinzip: Wichtigkeit und Dringlichkeit unterscheiden. In: Bischof, Klaus Dr. / Bischof, Anita / Müller, Horst: Selbstmanagement (S. 53 ff.). Freiburg: Haufe.

    Der Beitrag wurde veröffentlicht im September 2026.

    Lesen Sie mehr zu den Themen:

    Nach oben scrollen
    WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner